Flatulenzen

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Querdenken, was für ein schönes Wort. Ich mochte das Wort mal. Kam ich mit meinen eigenen Gedanken nicht weiter, half es mir, andere Meinungen anzuhören oder andere Sichtweisen, andere Blickwinkel einzunehmen. Wie verquer die auch sein mochten. Manchmal eröffneten sich dadurch völlig neue Denkwege. Lineares denken, in vorgegebenen Denkstrukturen verharrend, war mir immer schon zu einseitig. Denn früher oder später führt stumpfsinnig geradeaus in eine Sackgasse … oder global betrachtet im Kreis.

Nun fürchte ich mich, quer zu denken. Querdenker sind gebrandmarkt. Sie stehen in einer Ecke, in die ich nicht gedrängt werden will. Doch würde ich gern meinen Gedanken mal wieder freien Lauf lassen, ungezwungen nachdenken, ohne Restriktionen fürchten zu müssen. Aber wo führt mich das hin?

Bild: congerdesign von Pixabay

Ich versteh das Konzept der CDU / CSU nicht so recht. Wer wird in diesem Verein nach welchen Kriterien eingestellt, befördert oder rausgeschmissen?

Jemand, der Masken zu überhöhten Preisen eingekauft, muss gehen.
Jemand, der vor seiner politischen Karriere als Abgeordneter des Bundestages mit Lobbyarbeit für die Pharmaindustrie Geld verdiente, wird Gesundheitsminister.
Jemand, der für den Untersuchungsausschuss zur Berateraffäre noch teurere Berater einstellt, um die Vorwürfe abzuwenden, Beratern zu viel gezahlt zu haben, wird EU-Sissi.
Jemand, der sich an irgendwelche Spendeneingänge nicht mehr erinnern kann, wird Bundestagspräsident.
Jemand, der aus Inkompetenz und / oder Raffgier Steuergelder in Milliardenhöhe verschleudert, weil er voreilig Verträge abschließt, wird zwar nicht befördert, fliegt aber auch nicht raus.
Und jemand, der a Hund is, darf sowieso alles.

Ich blick da echt nicht durch. In so einem Arbeitsumfeld wollte ich nicht arbeiten. Immer diese Ungewissheit, ob man für eine Untat seinen Hut nehmen muss oder ein besseres Amt erhält.

Bild: Couleur von Pixabay

Wie ich einige Posts vorher bereits vermutet hatte, scheint sich mein Verdacht nun zu bestätigen. Corona befällt nur Feiernde, trinkende Jugendliche, Ungehorsame, die nach 21 Uhr das Haus verlassen, alte Menschen oder Fledermäuse. Um es kurz zu machen, nur Privatpersonen, nicht jedoch Arbeitnehmer. Wie sonst ist es zu erklären, dass Politiker Berufstätigen kaum Bewegungseinschränkungen auferlegen. Zwar haben unsere Volksvertreter zwei Monate nach Beginn des harten Lockdowns endlich reagiert und eine freiwillige Pflicht zum Homeoffice eingeführt, doch kam die Regelung reichlich spät und mit vielen Ausnahmen.

Arbeiter, fürchtet euch nicht vor dem Virus!

Hat irgendjemand in letzter Zeit unsere Demokratie gesehen? Weiß jemand, wo sie ist?

Ach, … da liegt sie ja. Da hinten in der Gosse.
Zusammengeschlagen vom Neoliberalismus. Ich hoffe nur, unsere Demokratie rappelt sich wieder auf.

Vielleicht hilft ihr jemand dabei.
Ich kann leider nicht. Hab grad keine Zeit, muss weiter.

 

Bild: Clker von Pixaby

Da hat mir doch heute ein Tesla-Fahrer* voller Stolz erzählt, er fahre jetzt bereits schon seit sieben Jahren elektrisch.

Ich antwortete darauf. Das ist doch gar nix. Ich fahr schon seit fast 44 Jahren elektrisch und das sogar tatsächlich umweltfreundlich. Mit Zug, Straßen- und U-Bahn!

* Es handelt sich hierbei nicht um Werbung für den amerikanischen Erfinder Thomas Edison und schon gar nicht für die gleichnamige Marke von Elon Musk, der tonnenschwere E-Autos baut. Der Hinweis auf Tesla ist rein zufällig, schließlich gibt es noch andere Hersteller, die vorgeben, umweltfreundliche Autos zu produzieren, wie Hyundai, Kia, Mercedes und BMW, welches darüber hinaus sogar ziemlich hässlich ist.

 

Gerade habe ich in der Zeitung gelesen, Wissenschafter hätten einen Impfstoff gefunden, der zu 90% Schutz vor Covid-19 verspricht.
90%, mehr nicht? Da vertrau ich doch lieber den Reinigungstüchern und Desinfektionsmittel aus dem Discounter. Die versprechen immerhin 99,9% ALLER Viren zu beseitigen und das in weniger als 15 Sekunden.

 

Ab 21 Uhr darf ich meine Wohnung nicht mehr verlassen. Elektromärkte, Restaurants und Kaufhäuser sind geschlossen. Vor den Supermärkten bilden sich lange Schlangen und an den Eingängen stehen Wachmänner, die mich nur nach Aufforderung einlassen. Im Geschäft stehe ich vor leeren Regalen, weil ich nicht rechtzeitig da war.

Solche Verhältnisse kenne ich sonst nur aus sozialistischen Ländern wie Kuba. Wer hätte gedacht, dass dieses Bild auch hier in Deutschland mal zum Alltag gehören könnte? Zumindest durfte ich mich in Havanna und Moskau frei bewegen, ohne ein Tracking-Gerät freiwillig mit mir rumtragen zu müssen.

Der Gedanke, hierzulande von einer demokratischen Institution legal überwacht zu werden, fühlt sich selbst in dieser Krise komisch an. Das Versprechen, die Bewegungsdaten lediglich anonymisiert zu erheben, macht es nur geringfügig besser.

Irgendwie ddr-resk, oder?

Gott sei Dank hab ich nix zu verbergen.