Flatulenzen

Hierbei handelt es sich auch um Kunst (wie schon bei „Traute Eisamkeit"). Falls Sie das nicht verstehen, machen Sie sich nichts draus. Kunst verstehen auch wir selten, aber in diesem Fall haben wir beschlossen, dass unser Geschirrspüler ganze Arbeit geleistet hat. Außerdem schaut es megakreativ aus. 

Leider ist das Werk nicht von Dauer, eine Art Performance-Kunst. Beim nächsten Spülmaschinenwaschgang war der Quark dahin. Frei nach Goethe: „Getretener Quark wird breit nicht stark."

 

Nach acht Tagen gehen die 12. olympischen Flugspiele zu Ende. 157 Vogelarten aus aller Welt trafen zusammen, um bei den internationalen Spielen „Beschiss von Autos“ auf dem Parkplatz am Olympiastadion München teilzunehmen.

Gold holte sich Team Krähe, dicht gefolgt vom Team Rabe auf dem zweiten Platz. Weit abgeschlagen und mit äußerst knappen Abstand vor den Meisen erzielten die Tauben Bronze. In der Einzelkategorie „zielgenauer Vogelschiss unter 1 cm“ eroberte der Zaunkönig das Siegertreppchen.
Warum in diesem Jahr die Tauben so schlecht abgeschnitten haben, kann sich der Trainer nicht erklären. Am Verbot, Tauben zu füttern, konnte es nicht gelegen haben, denn das ignorieren die meisten Menschen. Er vermutet, es könnte mit dem Insektensterben zusammenhängen. Weniger Proteine bedeute auch weniger Kot und das erschwere die sportlichen Leistungen. Viele Tauben hatten einfach nicht die volle Scheißkraft.
Team Henne-Orloff erzielte trotz Dopings dieses Jahr keinerlei Erfolge. Zahlreichen Sportexperten vermuten, das könnte daran gelegen haben, weil das gesamte kommunistische Team bereits vor der Eröffnungsfeier über dem olympischen Feuer gegrillt wurde.

 

Elektromärkte, Restaurants und Kaufhäuser sind geschlossen. Vor den Supermärkten bilden sich lange Schlangen und an den Eingängen stehen Wachmänner, die nur auf Aufforderung die Wartenden einlassen. Endlich im Geschäft stehe ich teilweise vor leeren Regalen, weil ich nicht rechtzeitig da war. Solche Bilder kenne ich sonst nur aus sozialistischen Ländern, wie Kuba. Wer hätte gedacht, dass dieses Bild auch hier in Deutschland mal zum Alltag gehören könnte? 

Zumindest durfte ich mich während meiner Aufenthalte in Havanna und Moskau frei bewegen, ohne ein Tracking-Gerät freiwillig mit mir rumtragen zu müssen. Der Gedanke hierzulande, einer demokratischen Institution, permanenten überwacht zu werden, fühlt sich komisch an. Irgendwie ddr-resk, oder?

 

Dem Wissenschaftler Theo Bill gelang ein wichtiger Durchbruch im Kampf gegen Viren. Nach Entdeckung des Penicillins ist dies wohl die nächste große Sensation. Kollegen sämtlicher Fachkreise nennen den Wissenschaftler bereits in einem Atemzug mit Madame Curie. Theo Bill konnte nach jahrzehntelanger intensiver Forschung endlich ein Desinfektionsmittel herstellen, das auch die letzten 0,1% der Bakterien und speziellen Vieren beseitigen.

Eine großartige Nachricht für Hersteller von Desinfektionsmitteln. Endlich können sie auch 100% auf ihre Verpackungen drucken und somit zu ihrer Konkurrenz aufschließen, den Herstellern von Lotionen und Lippenstiften. Denn die werben bereits seit vielen Jahren mit dem 100%-Logo, auch wenn ihre ganzheitlich veganen Kosmetika zu 99,9% nicht zum Verzehr geeignet sind. Desinfektionsmittel-Hersteller rechnen mit steigenden Absatzzahlen, da von nun an ihre virenbekämpfenden Produkte nicht nur zu 100% wirksam, sondern auch zu 100% vegan sind, also 200% Leistung zum gleichen Preis.

 

Bild: Tanja - Titel: In trauter Eisamkeit ist die saure Gurkenzeit vorbei.

Hierbei handelt es sich um Kunst. Falls Sie das nicht verstehen, machen Sie sich keine Sorgen. Wir verstehen es auch nicht. Es schaut aber voll kreativ aus.
Bitte bewegen sich in der Nähe des Werkes besonders vorsichtig, es ist noch nicht ausgereift und deswegen äußerst fragil.

 

Bild: Colin Behrens von Pixabay

Smarthomegeräte sind viel klüger als bisher angenommen. Letzte Woche erst besiegte eine intelligente Steckdose den Großmeister im Schach. In einem Interview für die Zeitschrift „Geist in der Maschine“ sagte der Kühlschrank des Schachgroßmeisters, dass er das auch hätte meistern können, wenn er nicht immer so beschäftigt sei, sämtliche Bestellungen der Familie korrekt auszuführen. Einer müsse schließlich die anfallenden Arbeiten im Haushalt erledigen und als Kühlschrank habe man nun mal nicht so viel Zeit für derartige Ausgelassenheiten.

Politiker beobachten den Aufstieg der Maschinen mit großer Sorge. Wenn Steckdosen intelligenter als ihre Nutzer werden, muss die Regierung handeln und neue Gesetze zur Eingrenzung ihrer Freiheiten erlassen; selbstverständlich nur zu deren eigener Sicherheit. Freiheitsliebende Volksvertreter fordern deswegen Überwachung nicht mehr lediglich auf Smartphones zu beschränken, sondern auf alle elektrischen Geräte auszuweiten. Überdies sollen Haushaltsgeräte ab 2020 nur noch unverschlüsselt miteinander kommunizieren dürfen. Anhand der gesammelten Daten sind Verfassungsschützer zukünftig in der Lage, Radikalisierungen bei Haartrocknern und Toastern im Vorhinein zu vereiteln. Bis es aber so weit ist, wollen Mitarbeiter des BfV verstärkt Toaster als V-Maschinen einsetzen. Elektrische Aktenvernichter werden grundsätzlich von Observierungen ausgenommen.

Bildungsexperten befürchten indes mehr Arbeitslosigkeit bei Jugendlichen, da viele Kaffeemaschinen ihr Abitur nach lediglich 11 Jahren Schule absolvieren und nicht wie bayerische Menschenkinder 12 Jahre dazu brauchen. Neben dem Vorsprung durch Technik ist für viele Arbeitgeber natürlich auch die 24-monatige Gewährleistung ein Anreiz, smarte Geräte bei gleicher Eignung bevorzugt einzustellen.

Philosophen beschäftigen sich indes mit ganz anderen Fragen: Werden die Maschinen den Menschen endgültig die Jobs wegnehmen? Was, wenn Steckdosen, Waschmaschinen und Türschlösser am gesellschaftlichen Leben teilnehmen, gar wählen wollen? Ist eine Technokratie am Ende unvermeidlich? Und, existieren die Maschinen wirklich oder lediglich in den Köpfen ihrer Schöpfer?