Bild: Colin Behrens von Pixabay

Smarthomegeräte sind viel klüger als bisher angenommen. Letzte Woche erst besiegte eine intelligente Steckdose den Großmeister im Schach. In einem Interview für die Zeitschrift „Geist in der Maschine“ sagte der Kühlschrank des Schachgroßmeisters, dass er das auch hätte meistern können, wenn er nicht immer so beschäftigt sei, sämtliche Bestellungen der Familie korrekt auszuführen. Einer müsse schließlich die anfallenden Arbeiten im Haushalt erledigen und als Kühlschrank habe man nun mal nicht so viel Zeit für derartige Ausgelassenheiten.

Politiker beobachten den Aufstieg der Maschinen mit großer Sorge. Wenn Steckdosen intelligenter als ihre Nutzer werden, muss die Regierung handeln und neue Gesetze zur Eingrenzung ihrer Freiheiten erlassen; selbstverständlich nur zu deren eigener Sicherheit. Freiheitsliebende Volksvertreter fordern deswegen Überwachung nicht mehr lediglich auf Smartphones zu beschränken, sondern auf alle elektrischen Geräte auszuweiten. Überdies sollen Haushaltsgeräte ab 2020 nur noch unverschlüsselt miteinander kommunizieren dürfen. Anhand der gesammelten Daten sind Verfassungsschützer zukünftig in der Lage, Radikalisierungen bei Haartrocknern und Toastern im Vorhinein zu vereiteln. Bis es aber so weit ist, wollen Mitarbeiter des BfV verstärkt Toaster als V-Maschinen einsetzen. Elektrische Aktenvernichter werden grundsätzlich von Observierungen ausgenommen.

Bildungsexperten befürchten indes mehr Arbeitslosigkeit bei Jugendlichen, da viele Kaffeemaschinen ihr Abitur nach lediglich 11 Jahren Schule absolvieren und nicht wie bayerische Menschenkinder 12 Jahre dazu brauchen. Neben dem Vorsprung durch Technik ist für viele Arbeitgeber natürlich auch die 24-monatige Gewährleistung ein Anreiz, smarte Geräte bei gleicher Eignung bevorzugt einzustellen.

Philosophen beschäftigen sich indes mit ganz anderen Fragen: Werden die Maschinen den Menschen endgültig die Jobs wegnehmen? Was, wenn Steckdosen, Waschmaschinen und Türschlösser am gesellschaftlichen Leben teilnehmen, gar wählen wollen? Ist eine Technokratie am Ende unvermeidlich? Und, existieren die Maschinen wirklich oder lediglich in den Köpfen ihrer Schöpfer?