Bild: raon20130 von Pixabay (das Foto habe ich unten und oben beschnitten)

Auswärtiges Amt gibt Reisewarnung für Mittelmeerküsten aus. Reisende sollen an Badestränden unbedingt den Kontakt mit Flüchtlingen vermeiden, die tot im Wasser treiben. In der Warnung werden Trips in Mittelmeerländer wie Tunesien nicht explizit untersagt, das Ministerium empfiehlt jedoch, in den betroffenen Urlaubsregionen die von den Hotels bereitgestellten Schwimmbecken zu nutzen. Für jene, die sich nicht abhalten lassen, dennoch im Meer zu baden, bittet das Auswärtige Amt, folgenden Hinweis zu beachten: Die Gefahr von ansteckenden Seuchen durch tote Flüchtlinge ist gerade zur warmen Jahreszeit sehr hoch und niemand könne mit Gewissheit sagen, wo die Toten vorher überall gewesen sind und welche Krankheitserreger sie in sich tragen. Deswegen gilt zu Leichen einen Mindestabstand von 30 Metern im Wasser und 5 Metern am Land einzuhalten. Für ein ungetrübtes Badevergnügen empfehlen Reiseportale nach Stränden Ausschau zu halten, an denen möglichst wenig Flüchtlinge tot am Strand liegen.

Damit auch All-Inclusive-Gäste ohne Reue die vom Reiseanbieter versprochene heile Welt genießen können, stellten bereits viele Hotels vor den Küsten riesige Medienleinwände mit Bildern von idyllischen Sandstränden auf. Der Ausblick auf den Strand sollte zwingend so ausschauen wie im Katalog. Das Leid der Flüchtlinge könnte die Pauschalurlauber verstören. Welche Strand-Bilder die Touristen zu sehen bekommen, entscheidet übrigens Microsofts Bildschirmschoner per Zufall. Wie ein Hotelmanager meinte, würden die meisten Hotelgäste die Medienleinwände gar nicht bemerken, denn sie wüssten eh nicht, wie die Landschaft außerhalb eines all-inclusive Hotels aussieht.

Für Urlauber, die überhaupt nichts von ertrunkenen Flüchtlingen wissen wollen, stehen natürlich die heimischen Freibäder zur Verfügung. Das im Wasser enthaltene Chlor desinfiziert nicht nur Urin der Badegäste, sondern auch Keime aus aller Welt.