Bild: Manfred Antranias Zimmer auf Pixabay

Da wegen der Corona-Maßnahmen Restaurants, Kneipen und Bars geschlossen bleiben, treffen sich immer mehr Menschen zum Saufen im Freien. Psychologen sehen darin eine gute Alternative, um soziale Kontakte aufrecht zu erhalten. Doch viele Feiernde lassen ihr Leergut achtlos in den Grünanlagen liegen und so werden die zurückgelassenen Mehrwegflaschen für die Stadtreinigungen zu einem immer größeren Problem.

Lange Zeit sah das Ordnungsamt keinen Handlungsbedarf. Die Leiter der städtischen Ämter nahmen bisher an, Senioren würden die vielen Leergutflaschen aus den Parks schon wegschaffen. Interne Hochrechnungen durch Finanzexperten zeigten im Vorfeld, 15,9% der Senioren sind trotz gesetzlicher Rentenzahlung immer noch von Armut gefährdet. Mit dem Sammeln von Flaschen könnten älteren Menschen, denen ihr Geld nicht zum Leben reicht, völlig unbürokratisch ihre Bezüge aufbessern. Die Anzahl der armen Rentner hätte fürs Saubermachen sämtlicher Parkanlagen in Deutschland leicht ausgereicht.
Eine Win-Win-Situation. Von Altersarmut bedrohten Senioren bekämen durchs Flaschensammeln ein kleines Zubrot und die städtischen Parks blieben ohne zusätzliche Kosten für die Kommunen sauber.

Nun müssen die Ordnungsämter zurückrudern. Ihr Konzept geht nicht auf, denn für Senioren lohnt sich das Aufsammeln der Pfandflaschen nicht. Die Deutsche Rentenversicherung sieht Erlöse aus dem Flaschensammeln als Einnahmen aus selbstständiger Tätigkeit und der Ertrag daraus wird deswegen von der Rente abgezogen.
Abgesehen davon sind viele Alte nicht mehr bereit, sich zu bücken. Das haben sie als Erwerbstätige schließlich lang genug gemacht.