Was ist Kunst und vor allem, wann wird was zur Kunst?

Bei Musik und dem geschriebenen Wort kann ich das weitestgehend nachvollziehen. Jedoch bei Bildern, Skulpturen oder Installationen fällt mir das oftmals schwer. Vor allem dann, wenn die Schöpfungen nicht in irgendwelchen Museen stehen und somit eine eindeutige Zuordnung wegfällt. Fehlen bei nicht in Museen verorteten Werken darüber hinaus auch noch Informationstafeln oder gibt es sonst keine Weitern sachdienliche Hinweise, kann es schon mal sein, dass ich Kunst übersehe, oder im schlimmsten Fall, unnötig viel Zeit damit verbringe, mir zufällig angehäuften Abfall anzuschauen.

Um Missverständnisse zeitgenössische Kunst mit Müll zu verwechseln, im Vorhinein bereits entgegenzuwirken, sollte moderne Kunst außerhalb von Museen zwingend mit Hinweisschildern oder Hinweistexten versehen werden!

Noch kurz was anderes:
Ist eine Kreation eigentlich auch dann Kunst, wenn die „schöpferische und gestalterische Fähigkeit“ [*] nur noch der Künstler selbst erfasst? Oder wird ein Werk erst dann zu Kunst, wenn irgendeine Informationstafel das so behaupten? Und wer beschließt, wann ein Werk so künstlerisch ist, dass es eines Hinweis-Schildes würdig ist? Experten, die Gesellschaft oder gar ein Wirtshaus- oder Cafébetreiber? Reicht bereits das simple Erschaffen eines Werkes aus, um Künstler zu sein? Ist folglich somit jeder Künstler? Oder wird jemand erst dazu, wenn reiche Narren oder gar der Tod nachhelfen? Ist Kunst verdorben durch die Vorurteile seiner Zeit und ist sie heutzutage nurmehr Produkt, emporgehoben durch Marketing?

Kunst ist billig, besonders wenn sie aus Müll oder Plastik hergestellt ist; außer sie wird teuer verkauft.

Persönliche Randnotiz:
Kunst kann meinetwegen aus Müll gemacht werden, sollte aber nicht wie der Inhalt meines Mülleimers aussehen. Sonst kann ich mir die Kunst sparen und schau meinem Abfalleimer beim voll werden zu. Vielleicht dauert dieser Prozess sogar länger als das Erschaffen so manch eines Werks.

[*] aus dtv, Etymologisches Wörterbuch des Deutschen, Seite 745