Bild von Gerd Altmann (Pixabay)

Slogans wie der von Ikea werden mir lange im Gedächtnis bleiben. Nicht so sehr, weil er überaus gut war, sondern eher, weil er gerne und oft kopiert wurde und immer noch wird. 

Eigentlich weiß ich, Werbung geht nicht so recht ausgewogen mit der Wahrheit um. Oder glauben Sie, Herr Iglo fährt mit einem antikem Segelschiff aufs Meer, um dort Fischstäbchen verpackungsfertig mit umweltfreundlichen Hand-Keschern von der Meeresoberfläche abzufischen?
Die Grätchenfrage lautet: Wieso wirkt Werbung bei mir, obwohl ich weiß, dass sie nicht wahr sein kann? Ich denke, es ist einfacher zu glauben als zu wissen und Werbetreibende nutzen genau das aus. Sie machen mich glauben zu wissen, was ich brauche. „Geiz ist geil“! Das suggeriert, ich spare, wenn ich Angebote kaufe. Ich scheine völlig völlig vergessen zu haben, dass ich nur spare, wenn ich nichts kaufe. Der Wahnsinn hat sich bereits in meinem Kopf breit gemacht. Ich glaube der Werbung. Wenn Reklame allerdings von Amateuren gemacht wird, von Möchtegern-Kreativen, dann kann das zu komischen Ergebnissen führen.

Tankst du noch ...?

 Ernsthaft? Mir kommt da eher in den Sinn: Tankst du noch oder fährst du schon? Oder für die Umweltbewussten: Tankst du noch oder fährst du endlich Rad?

100% elektrisch!

Sind die Auspuffrohre zur Deco? Vielleicht meint der Besitzer damit, dass seine Sitze zu 100 % elektrisch verstellbar sind?Wer so dreist „Greenwashing“ betreibt, braucht auch kein E-Auto mehr.


Nachhaltig in Erinnerung blieb mir nachfolgende Werbung. Sie war nichts besonderes, aber sie war einfach wirklich gut platziert. Vor lachen hätte ich es beinahe nicht mehr geschafft, den Reißverschluss zu öffnen. Die Werbung wäre fast „in die Hose“ gegangen.


Werbung muss nicht unbedingt gut sein, sie muss zur richtigen Zeit am richtigen Ort platziert werden. Deswegen sollte Werbung den Fachleuten überlassen bleiben, dann klappt es auch mit dem Nachbarn. Wenn der Nachbar allerdings Italiener sein sollte, hat er zwar gar kein Auto, aber auch keinen Stress mit Staus und er kann nach Feierabend mit dem tollen Typ von nebenan seinen Kaffee aus kristallklar gespülten Tassen trinken.

Und übrigens, ich glaube noch heute, dass in Kinderriegel eine extra Portion Mich drin ist.

 

Wer liest denn noch die Klassiker? Ja, WER? Wird man in der Schule dazu verdonnert - Schicksal. Doch daheim, in den eigenen vier Wänden, den Argusaugen der Lehrer entkommen, wer sollte sich diese Tortur antun? Freiwillig?

Oft wird belächelt, sogar verächtlich die Augen verdreht, wenn Sänger auf die Idee kommen, schauspielern zu wollen, oder umgekehrt. Zu Recht. Viele bekannte Menschen haben nicht den nötigen Intellekt, geschweige denn das nötige Talent, ein Künstler aller oder auch nur einer Gattung zu sein.
Doch gibt es Ausnahmen. Und so eine Ausnahme ist Armin Müller-Stahl, denn sein Talent ist allumfassend. Was er angeht, ist nicht nur gut, es ist herausragend. Von seinem schauspielerischen Können mal abgesehen, hat er einen Abschluss als Geigenlehrer am Konservatorium. Er kann also nicht nur spielen - in zweifacher Hinsicht - sondern er kann auch schreiben und malen - und das nicht schlecht.

Ewig, ja, ewig träumte ich davon, mal nach Rom zu fahren. Rom, die Königin der Städte, die Wiege unserer Kultur. Und endlich hatte sich dieser lang ersehnte Wunsch erfüllt.
Ich entdeckte auf dieser Reise aber nicht nur die schöne Stadt, sondern auch - die Ewigkeit.
Für viele Studenten der Philosophie mag die Entdeckung der Ewigkeit vielleicht ein wünschenswertes Thema sein, um den Abschluss eines sinnvollen Studiums mit einer noch sinnvolleren Promotion zu krönen. Für mich im Gegensatz war die Unendlichkeit real, greifbar.
Denn Ewigkeiten hat das Warten in den Schlangen vor den Sehenswürdigkeiten gedauert.
Aber nicht nur ewig viel Zeit muss man in Rom haben, sondern auch ewig viel Geld.

Neulich gab es in dem Kino, in dem ich arbeite, eine Sonderveranstaltung, die nichts, aber auch gar nichts mit Kino zu tun hatte. Die Chefetage einer Kosmetikfirma feierte die Neuerscheinung eines Verjüngungsprodukts und viel wichtiger, sie feierte sich selbst.
Ich würde es bevorzugen, Stereotype zu vermeiden, aber in der Modewelt, naja, da dreht sich halt doch alles um die äußeren Werte. Und somit durfte bei der Präsentation ihres Produkts der goldene Rahmen nicht fehlen. Die Dekoration war pompös, das Buffet ebenso.

Es muss schon ein paar Sommer her sein, da saßen ein guter Freund und ich in seiner Küche. Partnerlos, frei und planlos. Was sollten wir diesen Sommer machen? Verreisen war die Antwort. Nur wohin? Nach Spanien oder Griechenland? Schweden oder Finnland, wohin denn nun?
Philosophen thematisieren: der Weg sei das Ziel! Aber ohne Ziel gibt es erst gar keinen Weg! Aus einem Irrglauben heraus, vorverurteilte ich den Norden. Denn ich fahre doch in kein Land, in dem die Sonne nicht scheint. Da kann ich doch auch hin, wenn es Winter ist! Na ja, Vorurteile gepaart mit Unwissenheit! Ganz schlechte Kombination. Aber na ja, ist ja auch schon ein paar Sommer her!