Letzte Woche war ich im Kino. Es war eines dieser alten Lichtspielhäuser, in dem die Zeit irgendwo in den späten 1980ern stehen geblieben war, was ich von der Dame hinter der Kasse nicht behaupten konnte. Ich stellte mich an und als ich an der Reihe war, fragte ich nach einem Ticket. Während sie es mir reichte, sagte sie: „Freie Platzwahl.“ Ich zahlte, ohne weiter über ihre Worte nachzudenken und ging in den Saal. Aber ..., da saßen schon anderer Gäste. Hatte die Dame an der Kasse nicht etwas von freier Platzwahl gefaselt? Wie frei kann die Platzwahl denn sein, wenn einige Gäste ihre Sitze bereits eingenommen haben und darf ich die bei Bedarf von ihren Plätzen vertreiben, um die mir versprochene freie Wahl umfänglich zu nutzen? Wenn nicht, hat die Dame an der Kasse gelogen. Gibt es überhaupt eine freie Wahl, oder handelt es sich dabei um eine dieser verflixten Paradoxien? Dafür könnte die Kassiererin wiederum nichts, denn Paradoxien tauchen einfach so auf. Sei spontan! Funktioniert in dem Moment nicht mehr, wenn Sie die Aufforderung erst mal gelesen haben. Versuchen Sie es mal!

Bild von Gerd Altmann (Pixabay)

Slogans wie der von Ikea werden mir lange im Gedächtnis bleiben. Nicht so sehr, weil er überaus gut war, sondern eher, weil er gerne und oft kopiert wurde und immer noch wird. 

Eigentlich weiß ich, Werbung geht nicht so recht ausgewogen mit der Wahrheit um. Oder glauben Sie, Herr Iglo fährt mit einem antiken Segelschiff aufs Meer, um dort Fischstäbchen verpackungsfertig mit umweltfreundlichen Hand-Keschern von der Meeresoberfläche abzufischen?
Die Grätchenfrage lautet: Wieso wirkt Werbung bei mir, obwohl ich weiß, dass sie nicht wahr sein kann? Ich denke, es ist einfacher zu glauben, als zu wissen und Werbetreibende nutzen genau das aus. Sie machen mich glauben zu wissen, was ich brauche.
„Geiz ist geil“ suggeriert, ich spare nur, wenn ich vermeintliche Angebote kaufe. Ich scheine völlig vergessen zu haben, dass ich lediglich dann spare, wenn ich nichts kaufe. Der Wahnsinn hat sich bereits in meinem Kopf breit gemacht. Ich glaube der Werbung.
Wenn Reklame allerdings von Amateuren gemacht wird, von Möchtegern-Kreativen, kann das nicht nur unglaubwürdig werden, sondern auch zu komischen Ergebnissen führen.

Wer liest denn noch die Klassiker? Ja, WER? Wird man in der Schule dazu verdonnert - Schicksal. Doch daheim, in den eigenen vier Wänden, den Argusaugen der Lehrer entkommen, wer sollte sich diese Tortur antun? Freiwillig?

Oft wird belächelt, sogar verächtlich die Augen verdreht, wenn Sänger auf die Idee kommen, schauspielern zu wollen, oder umgekehrt. Zu Recht. Viele bekannte Menschen haben nicht den nötigen Intellekt, geschweige denn das nötige Talent, ein Künstler aller oder auch nur einer Gattung zu sein.
Doch gibt es Ausnahmen. Und so eine Ausnahme ist Armin Müller-Stahl, denn sein Talent ist allumfassend. Was er angeht, ist nicht nur gut, es ist herausragend. Von seinem schauspielerischen Können mal abgesehen, hat er einen Abschluss als Geigenlehrer am Konservatorium. Er kann also nicht nur spielen - in zweifacher Hinsicht - sondern er kann auch schreiben und malen - und das nicht schlecht.

Ewig, ja, ewig träumte ich davon, mal nach Rom zu fahren. Rom, die Königin der Städte, die Wiege unserer Kultur. Und endlich hatte sich dieser lang ersehnte Wunsch erfüllt.
Ich entdeckte auf dieser Reise aber nicht nur die schöne Stadt, sondern auch - die Ewigkeit.
Für viele Studenten der Philosophie mag die Entdeckung der Ewigkeit vielleicht ein wünschenswertes Thema sein, um den Abschluss eines sinnvollen Studiums mit einer noch sinnvolleren Promotion zu krönen. Für mich im Gegensatz war die Unendlichkeit real, greifbar.
Denn Ewigkeiten hat das Warten in den Schlangen vor den Sehenswürdigkeiten gedauert.
Aber nicht nur ewig viel Zeit muss man in Rom haben, sondern auch ewig viel Geld.

Neulich gab es in dem Kino, in dem ich arbeite, eine Sonderveranstaltung, die nichts, aber auch gar nichts mit Kino zu tun hatte. Die Chefetage einer Kosmetikfirma feierte die Neuerscheinung eines Verjüngungsprodukts und viel wichtiger, sie feierte sich selbst.
Ich würde es bevorzugen, Stereotype zu vermeiden, aber in der Modewelt, na ja, da dreht sich halt doch alles um die äußeren Werte. Und somit durfte bei der Präsentation ihres Produkts der goldene Rahmen nicht fehlen. Die Dekoration war pompös, das Buffet ebenso.