Die 80er waren schräge Zeiten: Die Elektro-Musik, die Neon-Mode, die grob gewebte und starre Jute-Tasche. Nicht nur Letzteres war das Seltsamste, was diese Ära hervorbrachte, aber zumindest nachhaltig. Junge Umweltschützer forderten schon damals: „Jute statt Plastik!“. Anfang der 1980er Jahre hatte das nur keinen interessiert, nicht mal jene, die heute mit dem ihrem Geländewagen zum Bio-Markt fahren. 

Heute ist Umweltschutz mal wieder voll in Mode. Vor allem namhafte Konzerne sind auf den Umwelt-Zug aufgesprungen und bemühen sich redlich, ihre Produkte ins grüne Licht zu rücken. Völlig altruistisch versuchen sie alles Erdenkliche, um die Erde zu einem besseren Ort zu machen. Dabei handelt es sich in keiner Weise um hohles Gewäsch; ihre PR-Abteilungen versprechen es! Umweltschutz ist für die großen Konzerne leichter umzusetzen als je zuvor. Sie erwerben sogenannte Umwelt-Zertifikate von jenen Firmen, die nicht ganz so viel Schmutz erzeugen. Somit verbessern industrielle Umweltsünder ihre Ökobilanz, ohne wirklich etwas zu ändern und glänzen am Ende des Tages sogar noch sauberer als Meister Propers Glatze. So einfach kann Umweltschutz im 21. Jahrhundert sein. Blöd nur, dass unser Planet in ein paar Jahren im Arsch ist, weil die Umwelt nicht recht wusste, was sie mit den ganzen Zertifikaten anstellen soll.

Die CDU ist begeistert, wie nachhaltig sich Konzerne für unsere Umwelt einsetzen und will nun auch alle Privatpersonen zum Umweltschutz anhalten. So forderte Frau AKK auch gleich die Abschaffung aller Ölheizungen. Und weil das für die Rettung unseres Klimas nicht reicht, wird auch noch der Plastikstrohalm ab 2021 verboten werden.
Die Christdemokraten sind gefühlt bereits grüner als die Grünen und schwarz bleibt für die Altkonservativen lediglich die Null im Haushalt. Keine Neuverschuldung für die Umwelt. Wer das bezahlt? Am Ende der Planet, doch bis dahin wird sich bestimmt ein anderer Zahlmeister finden. Vielleicht sollte man die schwarze in eine grüne Null umwandeln, dann müssten die Politiker aber gegen die Konzerne aufbegehren, die jene gewählt haben.

Uns von NONrelevant ist das alles zu wenig!

Wir wollen nicht zu denen gehören, die bloß über Umweltschutz reden. Wir wollen nicht zu denen gehören, die nur notdürftig ein Pflaster auf die Haut unserer Erde kleben. Wir wollen einen produktiven Beitrag leisten und möchten uns, wie die Big Player, so richtig für die Umwelt einsetzen!
Deswegen verkaufen wir von NONrelevant ab sofort an alle Privathaushalte unser nicht verbrauchtes CO2! Mit unserem biologisch abbaubaren Umweltzertifikaten können wir allen Privatpersonen helfen, ihren ökologischen Fußabdruck zu verringern, sodass der kleine Mann (die kleine Frau / der kleine Diverse) weiterhin ohne schlechtes Gewissen in den Urlaub fliegen, noch nicht vergammelte Lebensmittel wegschmeißen, mit dem SUV zum Biomarkt fahren und im Winter die Ölheizung voll aufdrehen kann.

Sie fragen sich jetzt bestimmt, warum soll ich von NONrelevant Umweltzertifikate kaufen?

Das ist ganz einfach: Wir stellen die weltweit Schönsten aus. Außerdem müssen Sie sich nach Erwerb eines nonrelevanten Zertifikats von Medien und Politik nicht mehr den Vorwurf gefallen lassen, dass Ihr ökologischer Fußabdruck viel zu groß sei.
Ihr besonderer Bonus: Jedes einzelne Zertifikat wird von uns persönlich in Laminierfolie eingeschweißt und auf Wunsch bei Nichtmehrgebrauch entsorgt. Und weil uns der Umweltgedanke extrem wichtig ist (das Zersetzen des Plastiks dauert ewig), werden wir die eingeschweißten Zertifikate, bevor wir sie eigenhändig ins Meer schmeißen, mundgerecht schreddern. Damit verhindern wir nicht nur, dass die Meerestiere qualvoll an den viel zu großen Plastikstücken ersticken, sondern wir sorgen auch dafür, dass das Plastik schneller wieder in den Kreislauf zurückgelangt. Auf diesem Weg können wir den CO2-Ausstoß aller Privatpersonen bis spätestens 2021 oder 2022 oder 2023 oder 2050 auf Null reduzieren.

Nicht nur Firmen können ökologisch! Jeder kann! Schließlich will 2030 keiner in der Zeitung lesen müssen, nur die Mega-Konzerne hätten was für die Umwelt getan und die Privatpersonen wären an der Zerstörung des Klimas schuld.

Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole, aber ich halte mich da mal an Cato den Älteren:
Im Übrigen bin ich dafür, dass der Klimawandel wieder Umweltzerstörung heißen soll, denn wir zerstören die Umwelt, wir wandeln sie nicht!

Einen hab ich noch ...
Das Einzige, was im Kapitalismus unendlich wachsen kann, ist die Gier.