Die 80er waren schräge Zeiten: Elektro-Musik, Neon-Mode und Schulterpolster. Viel Seltsames brachte diese Ära hervor. Ein hässlicher Einkaufsbeutel wurde sogar zum Statement für Umweltschutz. „Jute statt Plastik!“ war das Motto der Stunde, nur hatte das Anfang der 1980er-Jahre keinen interessiert, nicht mal jene, die heute mit ihrem Elektro-Geländewagen zum Bio-Markt fahren. 

Heute, nach knapp 40 Jahren ist Klimaschutz zur Mode geworden. Umweltschutz ist in aller Munde und Fridays for Future hat den Jutebeutel erfolgreich abgelöst. Symbolkraft hatte der hässliche Beutel ohnehin fast keine, doch wenn Jugendliche für eine saubere Zukunft auf die Straße gehen, lässt das selbst hart gesottene Konzerne nicht mehr kalt. Dem Zeitgeist geschuldet, verkünden Firmen werbewirksam, ihre Produkte zukünftig umweltfreundlicher herstellen zu wollen. Zumindest ressourcenschonender als noch zu Zeiten des Jutebeutels!
Hierbei handelt es sich in keiner Weise um hohles Gewäsch oder gar leere Versprechungen der PR-Abteilungen, denn Klimaschutz geht im 21. Jahrhundert so viel einfacher als noch vor 40 Jahren. Durch den Erwerb von Umwelt-Zertifikaten können sich Firmen die saubere Luft einfach dazu buchen, ohne wirklich ihren CO2-Ausstoß zu verringern. Dank Zertifikate glänzt die Ökobilanz mancher Konzerne dadurch sauberer als Meister Propers Glatze.
Blöd nur, dass unser Blauer Planet in paar Jahren im Arsch ist, weil das Klima nicht so recht wusste, was es mit den ganzen „grünen“ Zertifikaten anfangen sollte.

Die CDU ist auf jeden Fall begeistert, wie nachhaltig sich Konzerne für unsere Umwelt einsetzen und fordert gleich mal alle Privatpersonen auf, dem guten Vorbild zu folgen. Den Anfang sollen nach Wunsch von Ökochefin AKK jene Häuslebauer machen, die noch Ölheizungen einsetzen. Die sind nicht gut für unsere Natur und müssen zeitnah gegen neue umweltfreundlichere Gas-Heizungen (*) ersetzt werden. Und weil das für die Rettung unseres Klimas nicht ausreicht, wird die Partei ab 2021 noch die Plastikstrohhalme verbieten.
Umweltschutz ist die neu gefundene Herzensangelegenheit der CDU und deswegen soll das Klima bis 2025 oder 2038, spätestens aber 2050 sauber sein. Um die Ziele irgendwann zu erreichen, geht die Partei mit aller Entschlossenheit - soweit das die Konzerne zulassen - gegen Klimaverschmutzung vor. Und falls Entschlossenheit nicht reicht, müssen eben leere Versprechen her.
Die Christdemokraten werden Grün. Schwarz soll zukünftig, neben den Lungen der Großstädter, lediglich die Null im Staatshaushalt bleiben. Keine Neuverschuldung für die Umwelt. Wer das bezahlt? Am Ende der Planet, doch bis dahin wird sich bestimmt ein anderer Zahlmeister finden.

Uns von NONrelevant ist das alles zu wenig!

Wir wollen nicht zu denen gehören, die nur notdürftig ein Pflaster auf die Haut unserer Erde kleben. Wir von NONrelevant wollen einen produktiven Beitrag leisten und uns, wie die Bio- ... Verzeihung, Big Player so richtig für die Umwelt einsetzen! Denn nicht nur Konzerne sollten für die Umwelt an ihrem Verhalten nichts ändern müssen. Privatpersonen müssen diese Chance ebenfalls erhalten!

Deswegen verkaufen wir von NONrelevant ab sofort an alle Privathaushalte unser nicht verbrauchtes CO2 für kleines Geld! Und wir haben reichlich davon. Wir fahren schließlich nicht mit einem 2,5 Tonnen schweren Elektroauto zum Bioladen, um im Winter Bio-Tomaten aus Spanien zu kaufen. Allein schon deswegen, weil wir so ein umweltfreundliches Auto gar nicht haben. Auch heizen wir nicht mit Öl unsere kleine Wohnung, sondern mit umweltfreundlichem Gas, das zukünftig frisch aus amerikanischen Fracking-Gebieten eingeschifft werden soll.

Dank nonrelevante Umweltzertifikate müssen sich unsere Käufer kein schlechtes Gewissen mehr von Medien und Politik einreden lassen, weil ihr CO2-Ausstoß viel zu hoch ist. Auch dann nicht, wenn sie mehrmals im Jahr in den Urlaub fliegen, noch mehr nicht vergammelte Lebensmittel wegschmeißen, mit noch schwereren Elektro-SUV zum Biomarkt fahren und im Winter ihre Ölheizung bis zum Anschlag aufdrehen.
Mit einem kleinen finanziellen Aufwand haben unsere Käufer nun die Chance, endlich ihren ökologischen Fußabdruck zu verringern.

Hinweis für den Umweltschutz:
Jedes Zertifikat wird von uns persönlich in grüne Laminierfolie eingeschweißt und nach Ablauf der Gültigkeit durch uns entsorgt.
Wir wissen, das Zersetzen von Plastik dauert ewig. Deswegen werden wir alle eingeschweißten Zertifikate, bevor wir sie ins Meer schmeißen, mundgerecht schreddern. Damit verhindern wir nicht nur, dass keine Meerestiere qualvoll an den viel zu großen Plastikstücken ersticken, sondern wir sorgen auch dafür, dass das Plastik schneller wieder in den Kreislauf zurückgelangt. 

Endlich können wir von NONrelevant auch etwas Sinnvolles zum Klimaschutz beitragen und somit den CO2-Ausstoß aller Privatpersonen bis spätestens 2021 oder 2022 oder 2023 oder 2050 oder 3658 auf null reduzieren. 

Nicht nur Firmen können ökologisch! Dank nonrelevanter Umwelt-Zertifikaten kann das nun jeder! Schließlich will 2030 keiner in der Zeitung lesen müssen, nur die Konzerne hätten was für die Umwelt getan und die bösen Privatpersonen wären allein an der Zerstörung des Klimas schuld.

Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole, aber ich halte mich da mal an Cato, den Älteren:
Im Übrigen würde ich mir wünschen, dass der Klimawandel wieder Umweltzerstörung heißt. Euphemismus macht das Klima nicht besser und es ist Fakt: Wir zerstören die Umwelt, wir wandeln sie nicht!

Einen hab ich noch ...
Das Einzige, was im Kapitalismus unendlich wachsen kann, ist die Gier.


(*) Habe den alten Link gegen einen aktuelleren ersetzt. Der führt Sie nun zu einer Seite von Greenpeace.