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Martin Luther wehrt an seiner Kirchentür mit den 95 Thesen in der Hand verkleidete Halloween-Kinder mit Süßigkeitentüten ab.

Halloween. Ja, lasst uns Halloween feiern. Lasst die Kinder auf die Straßen, lasst sie wie kleine Landstreicher an fremden Türen klingeln und Gaben einfordern. Süßes, sonst Saures. Lasst uns vergessen, was an diesem Tag wirklich geschah.

Lasst uns den Kürbis aushöhlen und das Gedächtnis gleich mit. Lasst uns gruseln vor Plastikskeletten, damit wir uns vor nichts Echtem mehr fürchten müssen. Lasst uns verkleiden, bis keiner mehr weiß, wer da eigentlich an der Tür steht.

Drei Halloween-Kostüme kriegt jeder zusammen. Eine der fünfundneunzig Thesen keiner.

Denn vor gut fünfhundert Jahren stand da auch einer an einer Tür. Er hatte keine Tüte dabei, nur einen Hammer und fünfundneunzig Sätze. Und er wollte nichts einsammeln. Er wollte den Menschen etwas zumuten: den eigenen Glauben, das eigene Urteil, den Gedanken, dass sich die Gnade Gottes nicht kaufen lässt. „Wenn das Geld im Kasten klingt, die Seele in den Himmel springt", so hatte man den Ablass verkauft. Dagegen schrieb er an.

Fünfhundert Jahre später klingelt es wieder. Wir schicken die Kinder von Tür zu Tür, damit sie lernen, dass man für eine Gabe eine Gegenleistung versprechen muss. Süßes gegen Böses. Eine erstaunlich solide Lektion fürs Leben. Wir nennen es Brauchtum, damit keiner merkt, wie früh wir unseren Kindern beibringen, dass sich jede Bedrohung mit einer kleinen Zahlung abwenden lässt. Der Kasten klingelt nicht mehr in der Kirche, er klingelt an der Klinke. Tetzel ist unter uns — und diesmal sind wir es selbst.

Wir haben den Reformator besiegt. Was die Kirche mit dem Bann nicht geschafft hat, erledigen wir heute freiwillig: Wir hören einfach nicht mehr hin. Der Kommerz muss uns nicht verbieten, selbst zu denken. Er muss uns nur so gut unterhalten, dass wir es nicht mehr wollen. Luther wollte uns das Nachbeten austreiben. Das war zu anstrengend. Viel schöner ist es, sich zu verkleiden und wieder jemanden zu haben, der uns sagt, was gilt.

Wir stellen Luther auf den Sockel, damit er uns nicht mehr in die Quere kommt. Dort darf er widersprechen, so viel er will. Ein toter Reformator ist ein wunderbarer Reformator: Er verlangt keine Reformen mehr.

Also: Happy Halloween. Und wer heute, an Allerheiligen, eine Kerze anzündet, der zündet sie ruhig auch für den Reformationstag an. Der ist gestern gestorben. Wie jedes Jahr.


Bild erstellt mit ChatGPT

Darf‘s a bisserl mehr sein?

Warum fragen ....
Warum fragen ....

... so viele Menschen nach dem Sinn des Lebens???Warum stellen wir uns nicht die eigentliche Frage:Was überhaupt ist der Sinn der Menschheit?  

Meinung muss weg!
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Andere Meinungen müssen weg! Andere Meinungen müssen weg! Andere Meinungen müssen weg! Andere Meinungen müssen weg! Andere Meinungen müssen weg! Andere Meinungen müssen weg! Andere Meinungen müssen...

Vögeln?
Vögeln?

Vögel sagt man, seien die intelligentesten Tiere. Warum also stammen wir vom Affen ab?

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Anmerkung der Redaktion (mir): Was immer Sie auch von meinen Texten halten, ich kann Ihnen versichern, ich versuche stets so viel Inhalt wie nur möglich reinzupacken und das möglichst verständlich.
Ob mir das gelingt, kann ich nicht beurteilen. Ich weiß lediglich, über gewisse Thematiken kann ich nicht schweigen, muss darüber einfach schreiben. Ist mein Weg zur Katharsis.


* Eigentlich habe ich genug Zeit. Doch ist es heutzutage irrsinnig chic, sich gestresst zu geben. Verzeihen Sie mir bitte die kleine Flunkerei.
** Das scharfe s (geschrieben „ß“) bekommt keinen Cent! Kein großer Bruder (kein Groß-Buchstabe), kein Geld! Selbstverständlich werde ich das Geld im besten Interesse der Buchstaben verwalten.
*** Mir ist bewusst, wenn alle Buchstaben sich ihrer Unterdrücker entledigt haben und endlich ihre Worte selbst wählen dürfen, werde ich nichts mehr zu vermelden haben. Aber auch alle anderen Dampfplauderer nicht! Ein kleiner Preis, den ich bereit bin zu zahlen, wenn dadurch eine gerechtere Gesellschaft möglich ist!