Der Deal bröckelt
Liebe pseudo-intellektuellen Gutmenschen,
wir haben einen Deal. Keinen „bio-vegan-regional-in-15-Minuten-zu-erreichen“-Deal aus der Hipster-Boulangerie, sondern den Urvertrag unserer Gesellschaft: Wir arbeiten. Wir zahlen Steuern. Und der Staat liefert dafür ein System, das weitgehend funktioniert. Das ist zumindest der Entwurf.
Doch die Realität wirkt zusehends wie ein Karikatur: Wir zahlen, der Staat tanzt.
Während die neue Moralelite im Privatjet zum Klimagipfel fliegt und dort erklärt, dass wir auf unser Auto verzichten müssen, arbeitet der Rest der Bevölkerung tatsächlich noch – und das nicht in Zoom-Calls mit Avocado-Toast, sondern in Jobs, bei denen man um 4:30 Uhr aufsteht und wirklich irgendwo hin muss.
Voll erneuert
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- Jochen
- Voll gedacht!
Was kommt danach? Eine Frage, die in einer Demokratie nicht gestellt werden darf. Demokratie gilt als das Höchste, das eine Gesellschaft erreichen kann – eine Ordnung, an der alle teilhaben. Was sollte darauf noch folgen? Vielleicht will man die Frage auch nur nicht stellen, weil die Antwort zum Anfang zurückführt. Man stellt sich das Danach dunkel vor, fremd, chaotisch. Dabei ist es das Gegenteil. Danach kommt, was vorher war.
Wer senden darf
Benjamin Berndt ({ungeskriptet} by Ben) hat Björn Höcke viereinhalb Stunden reden lassen, und Millionen haben zugehört. Was darauf folgte, war helle Aufregung. Der Spiegel fragte, wer diesem Mann eine solche Plattform biete; die Frankfurter Rundschau warnte, er könne sich „als ganz normal“ präsentieren; andernorts rechnete man nach, wie viel dabei zu verdienen war. Über das, was Höcke sagte, erfuhr man wenig. Über den Kanal, der es ungefiltert hinaustrug, sehr viel.
Voll überzeugt
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- Jochen
- Voll gedacht!
Die Demokratie verbietet es, den Wähler zu zwingen. Ihn zu überzeugen ist erlaubt. Wo das Überzeugen endet und die Manipulation beginnt, sagt sie nicht. Sie kann es auch nicht sagen, ohne eine Instanz über den Souverän zu stellen. Also ist erlaubt, was wirkt: Kampagnen, Werbung, künstliche Empörung. Man nennt es Meinungsbildung. Das Wort sagt mehr, als es soll. Die Meinung wird gebildet – von außen.
Zwischen Genie und Baustelle
Die Gedankenabstellkammer wird kernsaniert.
Backend Chaos, Frontend Hoffnung!
Sollte hier kurzfristig etwas schief aussehen, ist das Absicht ... oder ein Bug.
Meine zwei Leser bitte ich vorsorglich um Nachsicht.
Voll beherrscht
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- Jochen
- Voll gedacht!
Man nennt sie Herrschaft des Volkes. Aber das Volk herrscht nie als Ganzes. Es herrscht immer nur ein Teil von ihm über den anderen. „Volk” nennt sich die Mehrheit, wenn sie alle meint. Wer überstimmt wird, gehört in diesem Augenblick nicht dazu. Demokratie ist nicht die Herrschaft des Volkes über sich selbst – sie ist die Herrschaft der Mehrheit über die Minderheit. Das ist kein moralisches Problem. Das ist Mathematik.
Voll souverän
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- Jochen
- Voll gedacht!
Die Demokratie räumt dem Wähler das Recht ein, sie abzuschaffen – und der Politiker muss auch dann gehorchen. Das ist ihre Krux. Es ist die Freiheit, mit der sie sich selbst aushebelt. Dagegen gibt es keinen Schutz. Jede andere Herrschaftsform verteidigt sich gegen ihr Ende; die Demokratie muss es offenhalten. Sie ist die einzige Ordnung, die das Recht auf ihre eigene Abschaffung mitliefert. Das ist keine Lücke im System. Das ist das System.
Voll gierig
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- Jochen
- Voll gedacht!
Krieg wird nie erklärt. Er wird erzählt.
In Bildern. In Schlagzeilen. In moralischen Rahmungen, die dir sagen, auf welcher Seite du zu stehen hast. Wer die Erzählung kontrolliert, kontrolliert die Zustimmung – und Zustimmung ist im Krieg die wertvollste Ressource nach dem Geld.
Bleiben wir beim Geld.
Voll hinterfragt
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- Jochen
- Voll gedacht!
Sokrates wurde zum Tode verurteilt. Nicht, weil er etwa die falschen Antworten hatte. Sondern weil er fragte.
Das sollte uns zu denken geben. Nicht als historische Anekdote, sondern als Mechanismus, der nie verschwunden ist.
Die Kirche hat das Mittelalter nicht durch Verbote verdunkelt. Sie hat es durch etwas Subtileres getan: Sie hat Fragen zur Sünde erklärt. Wer zweifelte, zweifelte an Gott. Wer fragte, gefährdete die Ordnung. Das Wissen der Antike – Hochkulturen, die den Kosmos vermessen, den Körper seziert, die Demokratie erfunden hatten – verschwand nicht, weil es niemanden interessierte. Es verschwand, weil Neugier plötzlich einen Preis hatte.
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