Bildungseliten studieren längst nicht mehr, um etwas zu verstehen. Verstehen ist ja ein energetisch suboptimaler kognitiver Prozess und aus kapitalistischer Sicht eher störend. Stattdessen wird epistemisches Distinktionsmaterial zunehmend performativ externalisiert: Wissen als semiotisch aufgeladenes Statusartefakt, das weniger der Erkenntnis dient als der sozialen Selbstverortung.
Alles ist Ablenkung
Gott ist Ablenkung. Die große Erzählung vom Sinn, vom Jenseits, vom „da droben versteht jemand das alles“. Eine jahrtausendealte Konstruktion, die uns davon abhält, hinzuschauen: Wir sind da, und dann sind wir weg.
Die Ideenwelt ist Ablenkung. Platon, Kant, Hegel, all die anderen gedanklichen Welten – herrlich, aber letztlich nur weitere Räume, in denen wir uns verlaufen dürfen, statt zu erkennen. Alles fließt in die Zerstreuung.
