Vorbeigedacht!

„Frieren für den Frieden“ forderte der Bundespräsident letzthin seinen Bürgern ab. Sich mit der Ukraine solidarisch zeigen. Eine gute Idee, denn weniger Heizen bedeutet weniger Gasverbrauch. Das wiederum führt dazu, dass Putin weniger Geld verdient. Ergo weniger Krieg. Hab ich verstanden und will mitmachen, denn Krieg in Europa ist nicht schön.

Jetzt weiß ich nur nicht, sollten wir gleich schon für den Frieden frieren oder erst im kommenden Winter? Es ist im April zwar nicht mehr ganz so kalt, aber unsere Gasheizung ist immer noch an. Aber da der Russe letzten Monat mehr Gas nach Deutschland geliefert als je zuvor, habe ich die Situation für mich mal so interpretiert: Solidarität bekunden, umgehend, sie umsetzen erst später. Somit liegt „FFF“ für mich erst mal auf Eis! Ich meine „Frieren für Frieden“ und nicht „Fridays for Future“. Abgesehen davon wird es saisonbedingt demnächst eh wärmer und da wäre es schon arg geheuchelt, aus Solidarität die Gasheizung runter zu drehen, oder?

Bild: freyer von Pixabay (abgeändert von mir)

Ja, inzwischen seh ich das so. Und nicht nur, weil ich in einem Alter bin, in dem mit jedem fortschreitenden Jahr meine Haare grauer werden, sondern vor allem, weil früher vieles schlichtweg unkomplizierter war. Noch mal ein Junge sein, die Welt so zwanglos erleben wie damals. Meine Gedanken nicht belasten durch Arbeiten gehen, Geld vermehren, Miete zahlen, Versicherungen abschließen. Meine Eltern kümmerten sich für mich darum. Und das machten sie auch wirklich gut. Bis in meinen späten Jugendjahren..
Noch mal Kind sein, doch diese Zeiten sind vorüber … und ja, früher war alles besser. Und obwohl mich der Gedanke im ersten Moment jedes Mal aufs Neue schreckt, kann ich mir, nachdem ich mich besonnen habe, guten Gewissens eingestehen, früher war alles besser. Vielleicht nicht alles, aber vieles.
An dieser Auffassung finde ich nichts Spießiges, es ist lediglich eine altersbedingte Wahrnehmungsverschiebung! Jedoch gibt es jenseits meiner subjektiven Betrachtung auch objektive und messbare Verschlechterungen, wie ich finde.

Bild: caniceus von Pixabay

Querdenken, was für ein schönes Wort. Ich mochte es mal. Kam ich mit meinen Gedanken nicht weiter, half es mir, andere Meinungen anzuhören. Wie verquer die auch sein mochten, meist eröffneten sie mir völlig neue Blickwinkel. Immer noch besser als stur linear allein vor sich hinzudenken. Wäre mir auch zu einseitig, denn früher oder später führt stumpfsinnig geradeaus in eine Sackgasse ... oder global betrachtet im Kreis herum.

Letzthin dachte ich über unsere demokratische und rechtsstaatliche Struktur nach. Im Sinne der alten und neueren Philosophen. Ich habe versucht, meine Blickrichtung zu ändern. Äußern will ich meine Schlussfolgerung nicht; die Gefahr einer dieser radikalen Gruppen zugeordnet zu werden, nur weil meine Meinung womöglich nicht in das Mainstream-Schema passt, ist mir zu groß. Ich behalte es lieber für mich, verwerfe diesen Gedanken besser wieder. Obwohl ... bin ich gleich rechts, wenn ich denke?

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Ich versteh das Konzept der CDU / CSU nicht so recht. Wer wird in diesem Verein nach welchen Kriterien eingestellt, befördert oder rausgeschmissen?

Jemand, der Masken zu überhöhten Preisen eingekauft hat, muss gehen, oder auch nicht.
Jemand, der vor seiner politischen Karriere als Abgeordneter des Bundestages mit Lobbyarbeit für die Pharmaindustrie Geld verdiente, wird Gesundheitsminister.
Jemand, der für den Untersuchungsausschuss zur Berateraffäre noch teurere Berater einstellt, um die Vorwürfe abzuwenden, Beratern zu viel gezahlt zu haben, wird EU-Sissi.
Jemand, der sich an Spendeneingänge nicht mehr erinnern kann, wird Bundestagspräsident.
Jemand, der aus Inkompetenz und / oder Raffgier Steuergelder in Milliardenhöhe verscheuert hat, weil er voreilig Verträge abschloss, wird zwar nicht befördert, fliegt aber auch nicht raus.
Jemand, der eine klitzekleine private Party auf Kosten des Steuerzahlers veranstaltet, fliegt hochkant raus.
Und jemand, der a Hund is, darf sowieso alles.

Ich blick da echt nicht durch. In so einem Arbeitsumfeld wollte ich nicht arbeiten. Immer diese Ungewissheit, ob man für eine Untat seinen Hut nehmen muss oder ein besseres Amt erhält.

Mut zur Lücke

Bild: Couleur von Pixabay

Wie ich einige Posts vorher bereits vermutet hatte, scheint sich mein Verdacht nun zu bestätigen. SARS-CoV2 befällt nur Feiernde, trinkende Jugendliche, Ungehorsame, die nach 21 Uhr das Haus verlassen, alte Menschen oder Fledermäuse. Um es kurz zu machen, nur Privatpersonen, nicht jedoch Arbeitnehmer. Wie sonst ist es zu erklären, dass Politiker Berufstätigen kaum Bewegungseinschränkungen auferlegen. Zwar haben unsere Volksvertreter zwei Monate nach Beginn des harten Lockdowns endlich reagiert und eine freiwillige Pflicht zum Homeoffice eingeführt, doch kam die Regelung reichlich spät und mit vielen Ausnahmen.

Arbeiter, fürchtet euch nicht vor dem Virus

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Wahrheit hat viele Blickwinkel. Mindestens genauso viele hat Werbung und ich weiß, keiner dieser vielen Blickwinkel nimmt es mit der Wahrheit ganz genau. Und trotzdem will ich ihr glauben. Schließlich dreht mir Werbung keinen schnöden Kram an, sondern verheißt mir eine bessere Welt. Und das allein schon rechtfertigt ihr Dasein, oder?

Die 80er waren schräge Zeiten. Viel Seltsames brachte diese Ära hervor. Elektro-Musik, Neon-Mode, Schulterpolster und einen kratzenden Einkaufsbeutel („Jute statt Plastik!“). Und beinahe wäre genau dieser zur Galionsfigur des Umweltschutzes geworden. Nur hatte die Verschmutzung des Planeten Anfang der 1980er-Jahre kaum jemanden beeindruckt. Vor allem jene nicht, die heute mit ihrem Elektro-Geländewagen zum Bio-Markt fahren und so geriet der Jutebeutel in Vergessenheit.