Bild und Werk: Angela Eberhard
Bild und Werk: Angela Eberhard


Sie haben auf unsere Seite gefunden! Wie auch immer, warum auch immer? Egal!
Wir heißen Sie herzlich Willkommen auf NONrelevant.de!
Fühlen Sie sich frei und schauen Sie sich um.
Ja, Sie lesen richtig. Wir Siezen Sie! Seit geraumer Zeit wird man überall gedudzt! Nicht mehr nur bei Ikea, Apple, in irgendwelchen Online-Shops, sondern auch im Supermarkt um die Ecke!
Da wir nicht wissen, wer Sie sind, wollen wir es erst mal bei dem "Sie" belassen! Wenn wir uns zu einem späteren Zeitpunkt besser kennen gelernt haben sollten, können wir ja über ein "Du" nachdenken!
Bis dahin

Tanja und Jochen

P.S.: Wir möchten noch auf die völlig neue Kategorie "Vorbeigedacht" hinweisen. Hier finden Sie schnelle Kost für den Snack zwischendurch. 
... und noch was. NONrelevant ist sehr simpel aufgebaut.
Auf Seite 1 finden Sie alle aktuellen (insofern sie das auch sind) Artikel chronologisch geordnet. Und dann haben wir noch voll viele Menüs eingebaut, in der Hoffnung, dass wir wenigstens so vielschichtig und intellektuell wirken. 

Schon vor meiner Geburt wollte ich im warmen Bauch meiner mich austragenden Mutter verweilen. Ich hatte keine Lust auf diese EMOTIONSLOSE Welt, was sicher auch die Tatsache ausdrückt, dass ich eine Zangengeburt war.
Mein Glück, dass es ein superheißer (nach meteorologischen Statistiken über 30 Grad) Sommernachmittag war, an dem ich das gleißend helle Licht der Welt erblickte. Mein Pech, dass es in Deutschland auch Winter gibt (die derzeit immer länger zu werden scheinen).
Leider kann ich mit solch einem Wetter in den mindestens fünf Monaten eines jeden Jahres in Deutschland rein gar nichts anfangen, war mir doch vor und bei der Geburt, als würde es nie kalt um mich herum werden. Doch es wurde kalt. Jedes Jahr wieder. Sämtliche Temperaturen unter 25 GRAD CELSIUS (Jahresmittel eines afrikanischen Landes) sind eine Qual für mich, ein Leben mit Sonne und Wassersport mein Himmel auf Erden.
Ich wurde nicht gefragt, ob ich in diese Welt kommen wollte, ich hatte sie mir auch anders vorgestellt, nicht unbedingt leichter, einfach nur anders.
Ansichten sind von Person zu Person verschieden, daher häufen sich im Netz auch in den letzten Jahren immer mehr Kommentare der Menschen, die ständig und überall ihren SENF zu allen Themen abgeben müssen und irgendwie doch keine geeignete Plattform für sich finden.
Da viele Menschen die für sie wichtigen Anschauungen als relevant auch für alle anderen ansehen, möchte ich als unwichtige Person die wirklich relevanten Themen auf dieser unrelevanten Internetseite beleuchten.

Willkommen bei Tanja Relevanta.

 

Es gibt ein paar Dinge, die ich ungern mache. Dazu gehört, über mich selbst zu sprechen, oder in diesem Fall zu schreiben. Doch der Titel erweckt eine gewisse Erwartungshaltung.

Weder war ich eines dieser hochbegabten Kinder, die schon Essays verfassten, bevor sie überhaupt lesen konnten, noch habe ich in meiner Jugend für die Schülerzeitung Pulitzer-verdächtige Artikel geschrieben. Meine Mutter weiß keine außergewöhnlichen Geschichten aus meiner Kindheit zu erzählen und in meiner Familie erinnert sich auch keiner an meine unglaublichen Fähigkeiten als Alleinunterhalter oder dass ich in außergewöhnlichen Situationen mit Witz und Esprit aufgefallen wäre. Nichts dergleichen. Es scheint, ich war ein normales introvertiertes Kind.

Jedoch an zwei Momente kann ich mich noch heute erinnern! Diese zwei herausragenden Momente haben mein Leben in literarischer Weise verändert.

Der eine fand auf der Beerdigung meines Urgroßonkels statt. Wider Erwarten war ich an diesem Tag gut gelaunt. Schon auf der Hinfahrt gab ich ein Witz nach dem anderen zum Besten. Ausgebremst wurde ich lediglich vom Gottesdienst, also nicht so sehr vom Gottesdienst, eher von meiner Oma, die neben mir saß und düster dreinblickte. Beim anschließenden Leichenschmaus war meine Oma außer Sichtweite und die unterdrückten Witze brachen aus mir umso lauter heraus. Es dauerte nicht allzu lang und meine Mutter zog mich zur Seite und rügte mich: „Kaspere hier nicht rum, reiß dich endlich zusammen und verhalte dich den Umständen entsprechend.“ Ich kann mich heute nicht mehr wirklich daran erinnern, ob ich mich ihrer Empfehlung gefügt hatte, ich weiß nur noch, meine Mutter fand mich lustig, nur der Umstand muss der falsche gewesen sein.

Der andere Moment war bei einem Feuerwehreinsatz. Ich musste mit meinen Eltern mal wieder ins Theater. Zu meinem Glück wurde kurz vor Beginn der Vorstellung der Feueralarm ausgelöst. Nein, ich war das nicht! Da weder Rauch, noch Feuer auszumachen waren, verließen wir mit den anderen Zuschauern das Theater recht geordnet und entspannt. Für meine Eltern schien der Abend gelaufen und sie wollten schon heim gehen. Da in meinem Leben ausserhalb des Fernsehprogramms - und ab und zu des Theaters - nicht viel spannendes geschah, bestand ich darauf, mir das Spektakel anzuschauen. Wir standen mit dem Rest der Traube in angemessenem Abstand zum Theater, als zwölf Feuerwehrfahrzeuge mit Blaulicht vorfuhren. Die schaulustige Menschenmasse kam etwas zur Ruhe, nur die Feuerwehrleute rannten hektisch Hin und Her. Ein Polizist hatte sich in meiner unmittelbarere Nähe aufgebaut und gleich daneben standen der Theaterleiter und ein paar Angestellte. Einer der Feuerwehrmänner kam eilig näher und fragte in die Gruppe hinein: „Kommen wir durch diese Tür?“ Ich fühlte mich angesprochen, denn ich wollte helfen und antwortete: „Wenn sie offen ist, schon!“ Der Polizist drehte sich zu mir und meinte: „Das ist ja geistreich, du Witzbold.“ Dieser Polizist fand mich also nicht nur lustig, sondern auch geistreich, nur der Umstand muss der falsche gewesen sein, denn er lachte nicht. Ich fand es hingegen schon lustig, denn all das war ein bisschen viel Aufwand für einen glimmenden Abfalleimer, aber egal.

Es war offiziell. Ich war witzig und geistreich, auch wenn der Umstand nicht immer der Richtige war. Bestätigt hatten das die höchsten Instanzen, zumindest die mir zu jener Zeit bekannten. Das gab mir das Selbstvertrauen und bekräftigte mein Vorhaben, weiterhin witzig und geistreich zu sein. Ich kritzelte fleißig meine Ideen auf herumliegende Zettel.

Ein paar Bonmots waren schließlich fertig, allein der richtige Umstand fehlte. Wie bekam ich meine Ideen an den Mann, oder Frau? Es schien mir höchst unwahrscheinlich, dass jemand zufällig in meine Wohnung kommen und meine Notizen lesen würde. Meine Zettel von irgendeinem Balkon zu werfen, empfand ich als nicht zeitgemäß - sind ja keine Flugblätter -und da waren die Umstände schon in den 1940 Jahren nicht wirklich richtig. Fieberhaft arbeitete ich an einer Lösung, meine Niederschriften öffentlich zugänglich zu machen. Fast wäre mein Projekt an Ermangelung von Ideen gescheitert, aber dann kam Frau Merkel mit ihrer Bemerkung über die neue weite Welt.

Angetrieben von dieser revolutionären Idee, startete ich meinen ersten Versuch mit der Internetseite tick17.de, bis mir ein guter Freund den Namen dieser Seite überlies. Ich weiß, die Wahrscheinlichkeit geht zwar gegen Null, dass je jemand von der Existenz dieser Seite erfährt, denn auf tick17.de hatte ich auch nur einen Leser, aber sie ist immerhin größer als Null. Und sollte jemand da draußen im deutschsprachigen weltweiten Web über diese Seite stolpern, vielleicht findet er, oder sie meine Texte auch so witzig und geistreich wie meine Mutter und der Polizist? 

Und wenn es der Zufall will, findet jener Polizist von damals hier her? Obwohl ich aus heutiger Sicht vermute, dass er das mit dem „geistreich“ eher herablassend gemeint haben könnte und die Worte meiner Mutter eher ironisch gemeint waren, aber ich war jung und verstand Ironie eben noch nicht.

Aber, wer bin ich?

Philosophisch kann ich das nicht beantworten, denn da weiß ich nur, dass ich nicht allzu viel weiß. Leider bin ich nicht so klug, dass ich nichts weiß. Psychologisch habe ich auch keine Antwort parat, aber rein physisch bin ich ein Mensch mit Armen, Beinen, Händen, Füßen und allem anderen, was so dazu gehört. Haare habe ich auch, sogar noch auf dem Kopf.

Mir ist äußerst wichtig an dieser Stelle mit Nachdruck festzuhalten: Ich bin KEIN Blogger. Ich sehe mich eher in der Tradition eines Pamphlet-Schreiberlings, eines Aufrüttlers, eines Wachrüttlers! Ja gut, ich übertreibe etwas. Aber toll wäre es schon.

Und zu guter Letzt, meine Hobbys. Welche da wären:
Lesen, Frühstücken auf dem Balkon, Reiten (aber nur in Richtung Sonnenuntergang) und mit meiner Frau am Kamin sitzen. Blöd nur, dass ich weder Pferd noch eine Feuerstelle besitze. Um ehrlich zu sein, wir haben noch nicht mal einen Balkon.