Verdacht?

Bild: kalhh von Pixabay

Wer erinnert sich noch an die Werbung des blauen Baumarkts vor ein paar Jahren?
20% Rabatt auf alles, außer Tiernahrung.

Gilt das nun auch für Corona?
Alle müssen daheimbleiben, außer Berufstätige?

Versteh ich nicht!
In Bayern dürfen sich nur noch Angehörige eines Haushalts mit einer weiteren Person treffen. Hier bei uns im Großraumbüro jedoch sitzen mehrere Menschen aus vielen verschiedenen Haushalten kommunikativ in einem geschlossenen Zimmer beisammen. Und das die meiste Zeit ohne Maske.
Findet in Büros die Regelung also keine Anwendung?
Oder hat Corona eine geheime Absprache mit der Wirtschaft getroffen, dass Angestellte sich am Arbeitsplatz nicht anstecken können? Wie sonst könnten Politiker all die Ausnahmen für die Arbeitswelt rechtfertigen, wenn zur Pandemiebekämpfung doch alle, außerhalb ihrer Arbeitszeit, eine Kontaktbeschränkung in Kauf nehmen müssen.

 


Bild von Masum Ali auf Pixabay

Zum Thema: Keine Betten?

Ich verstehe nicht, warum ich jeden Tag in irgendwelchen Nachrichten höre, dass es fast keine Intensivbetten mehr gibt. Mal abgesehen, dass der Mangel an Intensivbetten, aber vor allem der Mangel an dem dafür benötigten Personal in Deutschland zum Alltag gehört, wurde in den letzten Jahren über diese Missstände fast nie berichtet. In Zeiten von Corona jedoch fast stündlich. Übrigens, in den Notaufnahmen schaut die Situation nicht besser aus.

Jetzt mal ganz ehrlich? Intensivbetten gehen aus? In Deutschland, in Bayern? Trotz Katastrophenfall? Wenn Intensivbetten in Zentralafrika, Bangladesch oder irgendeinem Kriegsgebiet knapp würden, dann könnte ich solche Meldungen nachvollziehen, verstehen zwar immer noch nicht, aber nachvollziehen. Jedoch in Deutschland? In dem Land der Dichter und Denker, der Ingenieure und Exportweltmeister bekommen wir es nicht hin, ein paar leer stehende Turnhallen oder Messehallen mit Intensivbetten auszustatten? Das haben die Menschen vor über 100 Jahren, kurz nach einem Weltkrieg, sogar während der Spanischen Grippe geschafft. Vollkommen ohne digitale Vernetzung.

Empörung über zu wenig Betten. Ist das wirklich alles, was wir in dieser Krise ausrichten können? 2018, als die „normale“ Grippe so heftig zuschlug, war die Situation in den Krankenhäusern nicht besser. Doch damals hat das keinen interessiert, vor allem Politiker nicht.

Ach ja, eine Verständnisfrage hätte ich da noch: Wenn Medien in Dauerschleife darüber berichten, dass uns Intensivbetten fehlen, warum werden dann immer mehr Krankenhäuser geschlossen?

Anmerkung vom 03.01.2021: Hier ein Zusammenschnitt über die katastrophalen Verhältnisse in unseren Krankenhäusern zur Grippewelle aus 2018.

 

 


Bild von Masum Ali auf Pixabay

Zu den Themen Lockdown Light und Verschärfung der Corona-Regeln in Bayern:

Das ist uns wichtig!

Kontaktbeschränkungen werden in Bayern ab Dienstag verschärft. Für mich ist das voll okay. Bevorzuge ich es doch, allein zu sein. Außerdem mochte ich Light-Produkte eh nie. Aber, ob die verschärften Regeln für eine freie Gesellschaft so gut sind, weiß ich nicht.
Restaurants, Bars, Kneipen, Museen, Theater, Kino, Oper, Konzerte, Schulen, … um es kurz zu machen, Kultur bleibt dicht! ... aber zur Arbeit in völlig überfüllten Bussen und U-Bahnen fahren, ist in Ordnung?

Ein Hoch auf den Kapitalismus.

Sind die Zahlen der Infektionen mit den bisherigen „leichten“ Maßnahmen zurückgegangen? Im Gegenteil, sie sind angestiegen. Also wo konnte sich der Virus ungehindert vermehren, wenn die Kultur dicht ist und private Treffen auf ein Minimum runtergefahren wurden? Genau! Am Arbeitsplatz. Arbeitgeber werden zwar von den Politikern gebeten, ihre Mitarbeiter bevorzugt in Homeoffice zu schicken, aber eine Regel dafür gibt es nicht.
Warum eigentlich? Ja, weil der freie Markt sich immer noch am besten selbst reguliert und dafür braucht es neunmal keine unsinnigen Vorgaben von irgendeiner Regierung. 

Ich arbeite in einem Großraumbüro und darf nicht ins Homeoffice. Viele meiner Freunde, die in Einzelbüros sitzen, wiederum schon. Mich stört das überhaupt nicht, denn Corona ist ein gerechter Virus, der nur Menschen befällt, die feiern oder in den Urlaub fahren.
Ebenso ist Corona ein christlicher Virus. Er nimmt Rücksicht auf Weihnachten und so können die Regeln für die heilige Zeit ohne Bedenken gelockert werden. Das hat Corona unserem Ministerpräsidenten Söder versprochen.

Was ist eigentlich mit den Menschen, die nicht mal eine Chance bekommen, von daheim zu arbeiten? Also, was ist mit Polizisten, Elektriker, Maurer, Installateure, Handwerker im Allgemeinen, Verkäufer, Taxifahrer, Busfahrer, Krankenpfleger, Altenpfleger, Ärzte, Abfallbeseitigung, … (und natürlich alle *Innen!)?
Menschen, die für unsere Gesellschaft wirklich wichtig sind, müssen raus. Raus in die Pandemie.

Wo ist die Gleichberechtigung, wenn man sie mal braucht? Ach ja, im Getriebe des Kapitalismus stecken geblieben.

 

Bild von Masum Ali auf Pixabay

Egal welches Medium ich zur Zeit für Neuigkeiten heranziehe, überall das gleiche Bild. Graphen, Statistiken, Hochrechnungen, Einschätzungen und Landkarten mit tiefroten Flecken von Neuinfektionen durch das Corona-Virus. Auch im Radio das immer gleiche. Und das bereits morgens, bevor ich in den Spiegel geschaut habe. Warum berichtet die Freie Presse nicht mehrmals täglich über den Fortschritt bei der Entwicklung von Impfstoffen und Medikamenten? Wenn ein Virus die Welt verunsichert, sollten doch genau solche Nachrichten in den Focus gerückt werden. Auf jeden Fall würde ich als Süddeutscher genau das hören wollen. Sie etwa nicht?

Neuinfektionen sind wichtig für Auswertungen, um angemessen auf Gefahren hinweisen zu können. Doch muss ich nicht stündlich über das Zahlenwerk informiert werden. Mich interessiert viel mehr, wann können wir den Virus endlich eindämmen? Gibt es einen groben Zeitplan? Wie viele Wissenschaftler arbeiten weltweit an der Entwicklung von Impfstoffen und Medikamenten? Könnte der Impfstoff aus Russland was taugen? Gibt es Medikamente, die bereits wirken oder zumindest so verändert werden, dass sie wirken könnten? (Interview mit Virologe Streeck auf BR5; ab Minute 03:20). 

Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber ich zumindest brauche keine Experten, die mir mehrmals täglich irgendwelche Graphiken oder Statistiken von Neuinfektionen präsentieren. Schließlich möchte ich keine Aktienanteile von Corona erwerben.

Bild: KitzD66 von pixabay   (Bald soll es so etwas angeblich nicht mehr geben. Frau Merkel versprach den Kohle-Ausstieg für 2038.)

Vor nicht allzu langer Zeit, es muss in der Epoche des Faxgeräts (Anm. d. Red.: Telefon mit Papier) gewesen sein, hatte Frau Merkel versprochen, die Emissionen in Deutschland bis 2020 um mindestens 40 Prozent gesenkt haben zu wollen. Heute im Jahr 2019, stellen Experten fest, das wird wohl nicht ganz klappen. Und das, obwohl der Blaue Engel - Verzeihung, die Umwelt-Kanzlerin so große Hoffnungen in die Vernunft der Industrie gesetzt hatte. Freiwillig sollten die Großkonzerne den Empfehlungen der Regierung folgen; mit Weitsicht, Moral und Eigenverantwortung in eine saubere Zukunft, ohne vom Staat mit lästigen Gesetzen gegängelt zu werden. Im Kapitalismus muss der Markt Grenzenlos frei sein, denn nur so kann er sich selbst regulieren. Lästige Gesetze für Konzerne sind schließlich nur was für Diktaturen. Das weiß doch jedes (zur Arbeit gezwungene) Kind. Abgesehen davon würden zu viel Regularien das Produzieren von Waren unnötig kompliziert machen. Und am Ende leidet wieder der Konsument, weil Firmen die Kosten an ihn weitergeben müssten.


Geschäftsbesprechungen im antiken Rom - diese Klosettanlage ist jedoch in Ephesos

Die Arbeitsteilung ist in einer hoch technisierten Gesellschaft nicht wegzudenken. Keiner würde von einem Gärtner am Knie operiert werden wollen, nur weil er scharfe Schneidegeräte besitzt. Deswegen sollte Satire von Satirikern, Politik von Politikern und Nachrichten von Medienschaffenden gemacht werden. Doch diese Zeiten sind vorüber! Kabarettisten (z.B. die Anstalt auf ZDF oder Volker Pispers) übernehmen die unabhängige Berichterstattung und Politiker versuchen sich in Satire, wenn auch nicht alle ganz so offensichtlich wie die Mitglieder der Partei „Die Partei“.