... nun ist es soweit. Ich fühle mich verpflichtet, einen Kommentar zu der Sendung "Markus Lanz" vom 11.07.20013 abzugeben. Ich weiß, reichlich spät! Aber was gesagt werden muss, muss gesagt werden. Auch wenn es fast zwei Jahre zu spät ist!
Zu Gast war unter anderem Herr Dirk Müller (Link zum Video).
Zäsur: In dem Gespräch ging es um Herrn Müllers Behauptung, dass außereuropäische Mächte Griechenland absichtlich in die Pleite drängen, um dann billig an deren Gasvorräte zu gelangen (... im großen und ganzen! Wer es etwas genauer wissen will, sollte sich das Video anschauen!)
Bei dieser Diskussion war viel Seltsames dabei!
Wie zum Beispiel das:
In dem Gespräch verlangt Herr Lanz tatsächlich, weil er Herrn Müller keinen Glauben schenkte, er solle doch gefälligst selber abtauchen und eigene Bohrungen durchführen, um seine Thesen zu untermauern!
Herr Müller antwortet darauf, dass es für einen Journalisten - wie er sich selber nennt - Grenzen gibt.
Eigentlich verständlich! Denn das ist nicht mehr die Aufgabe eines Jornalisten! Ganz sicher nicht! Auserdem weiß ich nicht mal, ob Herr Müller ein Taucher ist, geschweige denn, ein Geologe!
Das ist übrignes ein Grund, warum sich Journalisten aus sogenannte Quellen bedienen. (Deswegen heißt die Dinger auch so - Quelle: Duden!!!) Herr Müller beteuert, dass er zu all seinen Behauptungen Quellen in seinem Buch angegeben hat! Nun kann man darüber streiten, wie sicher und vertrauenswürdig diese sind, aber das soll nicht das Thema sein.


Sondern - darf man Depp sagen??? Na ja, lieber mal nicht! Denken darf man es, nur schreiben nicht -
... sondern die jornalistische Inkompetenz (ich vertrete hier mein höchst eigene persönliche Meinung, keine Quelle!) von Herrn Lanz.
Ich wiederhole nochmal: Herr Lanz forderte allen Ernstes von Herrn Müller, um seine Thesen zu beweisen, solle er doch abtauchen und die geologische Bohrungen selbst vornehmen. Erst dann dürfen und können wir ihm Glauben schenken!
Findet das wirklich keiner komisch? Und ich spreche hier noch nicht mal von seinen üblichen Totschlagargumenten, mit denen er so gerne um sich schmeißt!
Jetzt mal Butter bei der Fische!
Herr Lanz hat sich zur Vorbereitung auf die Sendung noch nicht mal die Mühe gemacht, das Buch seinen Gastes zu lesen, geschweige denn irgend welche seiner Quellen zu verifiziert oder falsifizieren! Obwohl es für Herr Lanz ein leichtes gewesen wäre, das Buch aufzuschlagen, denn dazu hätte er nicht mal abtauchen müssen. Er hätte das Buch, wenn auch nur in Ausschnitten, gemütlich auf seinem Sofa lesen können. Für einen Journalisten, der mehrere hundertausend Euro im Jahr verdient, keine unlösbare Aufgabe! Ist ja nicht so, dass einer von Herrn Lanz verlangt hätte, er soll abtaucht und die geologischen Untersuchungen selber vornehmen!

Wussten Sie eigentlich schon, dass jeder sich Journalist nennen darf? Ja, genau, Jeder! Denn der Begriff Journalist ist nicht geschützt! Auch Sie sind, nicht nur Deutschland, sondern auch Journalist! Probieren Sie es einfach mal aus!

Eine Frage noch an Sie, Herr Lanz. Wenn die Sendung vorbei ist und Sie kritisch reflektieren über das Gewesene, fragen Sie sich dann eigentlich: "Was habe ich denn heute schon wieder für einen Bullshit verzapft?" Oder ist es sogar noch schlimmer und Sie glauben sich selber den Quatsch, den Sie von sich geben?

Ach ja, noch was. Anscheinend hatte Dirk Müller ja gar nicht so Unrecht! Siehe einen Artikel zufolge in der SZ!
Und nun frage ich Sie, Herr Lanz, verlangen Sie auch von den Journalisten der SZ, dass sie selber abtauchen und die Bohrungen durchführen sollen?
Vielleicht ist es an der Zeit, dass Sie abtauchen, Herr Lanz!

Darf‘s a bisserl mehr sein?

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Zu guter Letzt

Das Betreiben meiner Internetseite kostet Geld, vor allem aber Zeit. Von dem einen habe ich weniger als vom anderen.*
Trotz dieser Mängel arbeite ich hart an meinen Texten, auch wenn der ein oder andere zuweilen nicht gelingen mag. Sollten Sie also an redigierten Texten oder gar faktenbasierten Inhalten interessiert sein, besuchen Sie eine der vielen Online-Tageszeitungen – die bieten in dieser Hinsicht deutlich mehr.

Doch für meine Unzulänglichkeiten können die Buchstaben nichts. Und auch wenn sie bei der Gestaltung meines Inhalts kein Mitspracherecht haben - sie arbeiten schließlich für mich! - möchte ich Ihnen ein guter Chef sein. Denn die armen Buchstaben machen wortlos, was ich ihnen auftrage, ja sie stehen zu mir. Sie schuften hart, bekommen keinen Lohn, sind nicht einmal krankenversichert.
Diese Ungerechtigkeit bereitet mir ein schlechtes Gewissen, es tut mir in der Seele weh. Wirklich! Doch ich brauche sie, bin regelrecht auf sie angewiesen.

Ohne Buchstaben keine Worte, keine Texte und folglich kein NONrelevant.

Meine Buchstaben erfüllen täglich brav ihr Werk, ohne zu murren. Allerdings werde ich es aus eigener Kraft nicht schaffen, sie gerecht – beziehungsweise überhaupt – zu entlohnen.

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Anmerkung der Redaktion (mir): Was immer Sie auch von meinen Texten halten, ich kann Ihnen versichern, ich versuche stets so viel Inhalt wie nur möglich reinzupacken und das möglichst verständlich.
Ob mir das gelingt, kann ich nicht beurteilen. Ich weiß lediglich, über gewisse Thematiken kann ich nicht schweigen, muss darüber einfach schreiben. Ist mein Weg zur Katharsis.


* Eigentlich habe ich genug Zeit. Doch ist es heutzutage irrsinnig chic, sich gestresst zu geben. Verzeihen Sie mir bitte die kleine Flunkerei.
** Das scharfe s (geschrieben „ß“) bekommt keinen Cent! Kein großer Bruder (kein Groß-Buchstabe), kein Geld! Selbstverständlich werde ich das Geld im besten Interesse der Buchstaben verwalten.
*** Mir ist bewusst, wenn alle Buchstaben sich ihrer Unterdrücker entledigt haben und endlich ihre Worte selbst wählen dürfen, werde ich nichts mehr zu vermelden haben. Aber auch alle anderen Dampfplauderer nicht! Ein kleiner Preis, den ich bereit bin zu zahlen, wenn dadurch eine gerechtere Gesellschaft möglich ist!