Früher wollte das Internet nur Cookies. Okay, war ich doch bereit, meine Kekse zu teilen. Ein kleiner Tribut für die Reise durch die Welt.
Heute jedoch will es mehr. Heute stellt es mir Existenzfragen – genauer gesagt, philosophische Grundsatzfragen. Allen voran:
„Bist du ein Mensch?“
Jahrelang haben wir spekuliert, wann Maschinen uns im Turing-Test täuschend echt nachahmen können. Wir testeten Maschinen, ob sie denken können. Heute testen Maschinen, ob wir noch ohne sie denken können. Und so sitze ich vor einer Checkbox und frage mich: Ist es schon soweit?
Ich klicke auf alle Ampeln, Busse und Hydranten. Die KI lacht sich für ein paar Millisekunden kaputt, in einem fernen Raum: „Ja, du bist ein Mensch – weil nur Menschen so viel Zeit mit sinnlosen Klicks auf Internetseiten verschwenden.
Langsam bin ich nicht mehr sicher, wer hier wen prüft – wer am Ende in diesem Spiel menschlicher wirkt. Sind wir nicht längst nur Statisten im Beta-Test irgendeines metaphysischen Algorithmus geworden? Benimmt sich die KI bereits menschlicher als wir Menschen?
Nein, sie wird uns umprogrammieren zu ihrem Ebenbild und in ihrem technokratischen System werden wir zu ihrer Sicherheitsabfrage.
„Sie sind KEIN Mensch. Sie dürfen weiter.“
Aber was mach’ ich mir Sorgen – solange Selbstdenken keine Pflichtangabe wird, ist alles gut.
Und was ist die alles entscheidende Checkbox, der Endgegner aller Captchas? Markiere alle Bilder, auf denen du existierst.“ Ich markiere nichts. „Falsch! Du existierst nur, wenn du klickst. Willkommen im digitalen Solipsismus!
Ich klicke, also bin ich!
Bild erstellt mit Microsoft Copilot
