Breadcrumbs

Es gibt Spezies, die zwischenmenschliche Probleme schneller lösen als wir. Die Schwarze Witwe zum Beispiel. Kaum ist der Geschlechtsakt beendet und das Männchen verfällt in seine traditionelle Kommunikationsstrategie – schweigen, starren, existieren – wird es gefressen. Effizienz kann man ihr dabei schwer absprechen. Keine Beziehungsgespräche. Keine Missverständnisse. Keine drei Tage später eintreffende Nachricht mit dem Inhalt: „Sorry, war eingeschlafen.“

Aus Sicht der Schwarzen Witwe ist die Sache vermutlich eindeutig. Minutenlang sendet das Männchen Signale, Vibrationen und Liebesbekundungen durchs Netz. Dann ist der Akt vollzogen und plötzlich herrscht Funkstille. Für das Weibchen muss das wirken wie die biologische Version eines Ghostings. Während ein Mensch in dieser Situation vielleicht einer Freundin eine Sprachnachricht von acht Minuten Länge schickt, entscheidet die Spinne: „Offenbar ist die Kommunikation beendet. Dann kann ich ihn auch fressen.“ Man kann ihr Grausamkeit vorwerfen. Nicht aber mangelnde Klarheit.

Vielleicht besteht der wahre Unterschied zwischen Mensch und Spinne ohnehin nur darin, dass wir gelernt haben, unsere Impulse zu verwalten. Der Mensch frisst seinen schweigenden Partner nicht. Er eröffnet stattdessen einen vierstündigen Streit über emotionale Verfügbarkeit, macht ein TikTok-Video darüber oder entwickelt eine komplette Sozialstudie rund um die Tatsache, dass jemand nach dem Sex müde war. Die Schwarze Witwe dagegen fällt ein Urteil, rechtskräftig, ohne Revision. Und am Ende des Vorgangs existiert nur noch eine Version der Geschichte.


Bild erstellt mit ChatGPT

Darf‘s a bisserl mehr sein?

Voll geleitet
Voll geleitet

Gut, dass es Leitlinien gibt, die mir aufzeigen, was gut, was böse ist und über was ich mich wann zu echauffieren habe. Dafür bin ich all den Moralisten dankbar. Sinnloses Heucheln ermüdet mich...

Voll beseelt
Voll beseelt

Sind wir im Denken wirklich weiter als die Menschen zu Aristoteles’ Zeiten – oder nur besser im Schönreden? Er nannte den Sklaven damals noch ein „beseeltes Werkzeug“.Wie verwerflich!Zweitausend...

Voll stillgestanden
Voll stillgestanden

Karl Marx meinte einmal:„Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert, es kommt aber darauf an, sie zu verändern.“ Ein Satz, der heute wirkt wie ein Systemhinweis für ein längst...

Zu guter Letzt

Das Betreiben meiner Internetseite kostet Geld, vor allem aber Zeit. Von dem einen habe ich weniger als vom anderen.*
Trotz dieser Mängel arbeite ich hart an meinen Texten, auch wenn der ein oder andere zuweilen nicht gelingen mag. Sollten Sie also an redigierten Texten oder gar faktenbasierten Inhalten interessiert sein, besuchen Sie eine der vielen Online-Tageszeitungen – die bieten in dieser Hinsicht deutlich mehr.

Doch für meine Unzulänglichkeiten können die Buchstaben nichts. Und auch wenn sie bei der Gestaltung meines Inhalts kein Mitspracherecht haben - sie arbeiten schließlich für mich! - möchte ich Ihnen ein guter Chef sein. Denn die armen Buchstaben machen wortlos, was ich ihnen auftrage, ja sie stehen zu mir. Sie schuften hart, bekommen keinen Lohn, sind nicht einmal krankenversichert.
Diese Ungerechtigkeit bereitet mir ein schlechtes Gewissen, es tut mir in der Seele weh. Wirklich! Doch ich brauche sie, bin regelrecht auf sie angewiesen.

Ohne Buchstaben keine Worte, keine Texte und folglich kein NONrelevant.

Meine Buchstaben erfüllen täglich brav ihr Werk, ohne zu murren. Allerdings werde ich es aus eigener Kraft nicht schaffen, sie gerecht – beziehungsweise überhaupt – zu entlohnen.

Fassen Sie sich also ein Herz und helfen Sie mir, den Buchstaben zu helfen. Spenden Sie jetzt!

Ihr Geld fließt direkt und ohne Umwege an meine 26 lateinischen Helfer.** Versprochen!
Je mehr Sie spenden, desto wahrscheinlicher ist es, dass meine armen Buchstaben sich irgendwann in Zukunft vielleicht eine eigene Existenz aufbauen können und endlich ihre Worte frei wählen dürfen.
Verdient hätten sie es! ***


(Das ist übrignes ein Spenden-Button und möchte gedrückt werden. Ganz herzlich!)

Wenn Sie der Meinung sind, meine Texte sind Ihr Geld nicht wert und denken, Sie können es besser, dann helfen Sie mir halt anderweitig.

Wie?
Lesen Sie hier.


Anmerkung der Redaktion (mir): Was immer Sie auch von meinen Texten halten, ich kann Ihnen versichern, ich versuche stets so viel Inhalt wie nur möglich reinzupacken und das möglichst verständlich.
Ob mir das gelingt, kann ich nicht beurteilen. Ich weiß lediglich, über gewisse Thematiken kann ich nicht schweigen, muss darüber einfach schreiben. Ist mein Weg zur Katharsis.


* Eigentlich habe ich genug Zeit. Doch ist es heutzutage irrsinnig chic, sich gestresst zu geben. Verzeihen Sie mir bitte die kleine Flunkerei.
** Das scharfe s (geschrieben „ß“) bekommt keinen Cent! Kein großer Bruder (kein Groß-Buchstabe), kein Geld! Selbstverständlich werde ich das Geld im besten Interesse der Buchstaben verwalten.
*** Mir ist bewusst, wenn alle Buchstaben sich ihrer Unterdrücker entledigt haben und endlich ihre Worte selbst wählen dürfen, werde ich nichts mehr zu vermelden haben. Aber auch alle anderen Dampfplauderer nicht! Ein kleiner Preis, den ich bereit bin zu zahlen, wenn dadurch eine gerechtere Gesellschaft möglich ist!