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Ewig, ja, ewig träumte ich davon, mal nach Rom zu fahren. Rom, die Königin der Städte, die Wiege unserer Kultur. Und endlich hatte sich dieser lang ersehnte Wunsch erfüllt.
Ich entdeckte auf dieser Reise aber nicht nur die schöne Stadt, sondern auch - die Ewigkeit.
Für viele Studenten der Philosophie mag die Entdeckung der Ewigkeit vielleicht ein wünschenswertes Thema sein, um den Abschluss eines sinnvollen Studiums mit einer noch sinnvolleren Promotion zu krönen. Für mich im Gegensatz war die Unendlichkeit real, greifbar.
Denn Ewigkeiten hat das Warten in den Schlangen vor den Sehenswürdigkeiten gedauert.
Aber nicht nur ewig viel Zeit muss man in Rom haben, sondern auch ewig viel Geld.

Für den Besuch des Kolosseum zum Beispiel werden 12 € Eintritt fällig – pro Person!
Hätte ich das gewusst, bevor ich mich am Ende der endlos scheinenden Reihe anstellte, wäre ich mit der Außenansicht des Prachtbaus zufrieden gewesen. Aber ich dachte …..
Am Eingang des Prachtbaus hängt ein Schild, auf dem steht: 9 € pro Person. Folglich 18 € für meine Frau und mich!
Angesichts des zu diesem Zeitpunkt annehmbaren Preises entschieden wir uns - trotz der langen Schlange - dafür, den antiken Bau von innen zu erkunden.
Wir warteten allein 40 Minuten, bis wir nur schemenhaft die Kasse erblicken konnten. Nach weiteren 15 Minuten standen wir endlich davor und ich orderte voller Freude, dem Ziel so nahe, unsere zwei Eintrittskarten.
Darauf hin antwortete die nette Dame hinter Glas: „Twenty-four Euros, please!“
Hä! Moment. Twenty-four Euros? (in Zahlen: 24 Euro).
24 geteilt durch 2 sind 12. 12 sind 3 mehr als 9. War zumindest noch so in der Zeit, als ich die Schule besuchte.
Wo kommen die restlichen 3 Euro her, fragte ich erstaunt in Englisch.
Sie antwortete: „Exhibition!“
Darauf hin ich:“What, Exhibition?“
Sie: „Yes, Exhibition. There is an Exhibition at the moment.“
Ich: „But I don´t want to see the Exhibition“
Sie: “But you have to pay for it!”
Ich: “But I don’t want to!”
Sie: “Exhibition is part of entrance fee!”
Ich: “I do not care!”
Sie: ….
Die Diskussion ging noch gefühlte zehn Minuten so weiter. Sie beharrte auf ihrer Forderung und ich auf meiner. Aber alle Diskussion hatte keinen Zweck. Ich gab mich geschlagen und bezahlte die 6 € Aufschlag für „Exhibition“.
Beim Weggehen sah ich nun den Aushang der Preisliste rechts neben der Kasse, auf der stand wie in Stein gemeißelt: Exhibition 3 €. Diese „Exhibition“ war also ständiger Teil des Kolosseums. Ich erinnerte mich allerdings am fünfzig-minütig entfernten Eingang, keinen Hinweis auf diese „Exhibition“ gefunden zu haben. Aber egal!

Ich denke, auf die weiteren Sehenswürdigkeiten brauche ich nicht einzugehen. Jeder kennt sie, jeder liebt sie!
Nur was soll das mit der Spanischen Treppe?
Das steht ne Treppe rum und die Leute glotzen wie doof drauf. Grandios. Die Römer verstehen es - wie die Münchner auf dem Oktoberfest - Scheiße zu Gold zu machen.
Die paar Stufen hoch und runter laufen, kostet zwar nichts, zumindest heutzutage nicht mehr, doch rund um diese Treppe ist alles so teuer, dass man lieber eine goldenen Kreditkarte in seinem Besitz wähnt. Und, wurde die spanische Treppe nicht von einem Franzosen finanziert?
Ja Ewigkeiten ist es her, dass Rom eine Weltmacht war. Heute ist nur noch ein großer Haufen kleiner Italiener übrig, der es versteht, sich dieses Erbe gut bezahlen zu lassen.

Auch fanden wir keine Hinweise in den Cafés, die wir besuchten, wie teuer der Cappuccino tatsächlich sei.
Ohne den Geheimtipp eines Insiders, und ich kenne nun mal keine kleinen Italiener, die mir solche tollen Hinweise hätten geben können, muss man das Café oder Restaurant besuchen, dass nach einer gewissen langen, zermürbenden Suche das adretteste zu sein scheint, zumindest vom äußeren Schein. TripAdvisor hin oder her.
Wir wählten ein Café gegenüber dem vatikanischen Museum. In diesem leicht schmuddelig anmutenden Café zahlten wir rekordverdächtige 3,50 € für eine wirklich kleine Tasse Kaffee mit Milchschaum. Doch der herausragende Geschmack der Kaffeespezialität riss uns zu einer weiteren Tasse Kaffee hin. Dazu bestellten wir Spiegelei - nach Größe und Preis müssen die wohl von Wachtel gelegt worden sein - und Brot, das in einer blechernen Schüssel gereicht wurde. Sehr lecker.
Wir aßen und tranken auf und verlangten nach der Rechnung. Als die Rechnung kam und wir den Preis sahen, fühlte ich mich für einen kurzen Augenblick in meine wunderschöne Kindheit zurückversetzt, in jene schöne Zeit, als noch alles besser war und meine Eltern in Italien mit Lire zahlten. Meine Frau zerrte mich aber in die bittere Gegenwart zurück, als sie den Rechnungsbetrag verlass.
Sie sagte 30 Euro. Nicht Lire, Euro! Und das für insgesamt vier sehr kleine, aber leckere Tassen Cappuccino, zwei kleine Eier und Brot vom Vortag.

Ja Ewigkeiten muss ich malochen, um die drei Tage in Rom finanziell wieder rein zu arbeiten.

Am nächsten Morgen begaben wir uns auf die Suche nach einem anderem, billigeren Café. Aus dem gestrigen Fehler gelernt, waren wir uns einig, vor Betreten der Lokalität die Speisekarte  im Schaufenster genau zu inspizieren.
Wir fanden ein schönes Café und ganz unten rechts stand auf der Karte der Preis für einen Kaffee. Zwei Euro fünfzig. Wir schauten einander an, hatten den gleichen Gedanken und traten ein. Wie viel ein Cappuccino kostete, war der Karte jedoch nicht zu entnehmen, aber der Rechnung. Als sie kam, empfand ich meine Reaktion in dieser Situation für angemessen. Ich äußerte meine Zweifel an der Gastfreundschaft der Römer. Aber all das Klagen halft nichts und bezahlte stoisch das vier (4) Euro teure Heißgetränk. Wir verließen die Lokalität ohne ein Trinkgeld gegeben zu haben und fühlten uns etwas besser.
Ja, wir sind uns darüber bewusst, dass der Cappuccino billiger ist, wenn wir ihn mitgenommen hätten, to go quasi. Nur wollten wir das Frühstück nicht auf dem völlig überfüllten Petersplatz oder im Gehen einnehmen und wir wollten das Ambiente eines italienischen Cafés genießen!
(Das nur für jene Klugscheißer, die alles besser wissen!)

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Doch für meine Unzulänglichkeiten können die Buchstaben nichts. Und auch wenn sie bei der Gestaltung meines Inhalts kein Mitspracherecht haben - sie arbeiten schließlich für mich! - möchte ich Ihnen ein guter Chef sein. Denn die armen Buchstaben machen wortlos, was ich ihnen auftrage, ja sie stehen zu mir. Sie schuften hart, bekommen keinen Lohn, sind nicht einmal krankenversichert.
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Meine Buchstaben erfüllen täglich brav ihr Werk, ohne zu murren. Allerdings werde ich es aus eigener Kraft nicht schaffen, sie gerecht – beziehungsweise überhaupt – zu entlohnen.

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Anmerkung der Redaktion (mir): Was immer Sie auch von meinen Texten halten, ich kann Ihnen versichern, ich versuche stets so viel Inhalt wie nur möglich reinzupacken und das möglichst verständlich.
Ob mir das gelingt, kann ich nicht beurteilen. Ich weiß lediglich, über gewisse Thematiken kann ich nicht schweigen, muss darüber einfach schreiben. Ist mein Weg zur Katharsis.


* Eigentlich habe ich genug Zeit. Doch ist es heutzutage irrsinnig chic, sich gestresst zu geben. Verzeihen Sie mir bitte die kleine Flunkerei.
** Das scharfe s (geschrieben „ß“) bekommt keinen Cent! Kein großer Bruder (kein Groß-Buchstabe), kein Geld! Selbstverständlich werde ich das Geld im besten Interesse der Buchstaben verwalten.
*** Mir ist bewusst, wenn alle Buchstaben sich ihrer Unterdrücker entledigt haben und endlich ihre Worte selbst wählen dürfen, werde ich nichts mehr zu vermelden haben. Aber auch alle anderen Dampfplauderer nicht! Ein kleiner Preis, den ich bereit bin zu zahlen, wenn dadurch eine gerechtere Gesellschaft möglich ist!