Ich komme ins Büro, wie jeden Wochentag pünktlich um acht. Plus ein paar Minuten Toleranz. Heute habe ich zwar nicht verschlafen, bin aber etwas später aufgestanden, da ich mir beim Zubettgehen bereits überlegt hatte, den ersten Kaffee nehme ich in der Firma ein. Brauch ich daheim keinen machen. Mehr Schlaf - genialer Plan.
Ein polemisches Pamphlet
Komm, geh doch in ein Krankenhaus und schau zu, wie Infizierte an Corona leiden
Komm Heuchler, geh in ein Krankenhaus und schau zu, wie Kranke an multiresistente Keimen sterben
Geh in ein Altenheim, in das gebrechliche Menschen abgeschoben werden und schau zu, wie sie wegen Pflegemangels nicht würdevoll versorgt werden können
Geh danach noch in eine Suppenküche und schau bedürftigen Menschen zu, wie sie in diesem reichen Land für ihr Essen anstehen müssen
Komm Heuchler, geh doch in ein Land, in dem das wirklich jemand interessiert
Gestern Abend fuhr ich nach meiner Arbeit mit der U-Bahn zum Hauptbahnhof. Für gewöhnlich steige ich anschließend in die Tram, doch gestern war mir nicht danach. Gestern? War das gestern? Nein, das muss vorgestern gewesen sein. Egal. Jedenfalls ging ich den Rest des Weges zu Fuß nach Hause. Ich schlenderte ohne meine Umgebung groß zu beachten entlang des Gehwegs, als der Mann vor mir plötzlich stehen blieb und sich bückte. Beinahe wäre ich ihn reingelaufen. Bin ich nämlich in Gedanken versunken, kann es zuweilen etwas dauern, bis mein Hirn wieder in Interaktion mit meiner Umwelt tritt.
Letzte Woche war ich im Kino. Es war eines dieser alten Lichtspielhäuser, in dem die Zeit irgendwo in den frühen 1980ern stehen geblieben war. Die Plakate an den Wänden, die Möbel, der Teppich, die Uhr, die Klamotten der älteren Dame hinter der Kasse. Alles in allem ein willkommener Rückblick in vergangene Zeiten. Sogar der Geruch war wie damals – also der des Kinos, nicht der Dame.
