Ärzte können einen zeitweilig ganz schön zur Verzweiflung bringen! Nach einem Besuch beim Doktor ist man nicht immer unbedingt schlauer, manchmal sogar verwirrter.
Ich kann mich nicht erinnern, beim einem Arztbesuch vor zwei Jahrzehnten gefragt worden zu sein, ob ich Stress hätte, der ausschlaggebend für eventuelle Symptome einer bestimmten Krankheit hätte sein können. Vielleicht lag es daran, dass ich mich noch mitten im Studium befand und dies nach Ansicht des Arztes wohl kaum einem stressigen Arbeitsleben vergleichbar gewesen wäre (hatten DIE eine Ahnung? Ich habe neben dem Studium noch dazuverdient, eine Theatergruppe gegründet und geleitet sowie für ein Studentenmagazin geschrieben).

Nun arbeite ich, kann mir aber grundsätzlich alles selbst einteilen, bin mein eigener Boss und mache oder mache nichts.
„Haben Sie Stress?“ fragte kürzlich wieder einmal ein Facharzt, da sich verschiedene körperliche

Unzulänglichkeiten bemerkbar machten. Was sollte ich nun darauf antworten, ich verstand und verstehe die Frage immer noch nicht!
1. Was ist Stress? Ist es, sich selbst bei der (eigens auferlegten oder von Chef oktroyierten) Arbeit zu überschätzen, nicht alles erledigen zu können und dann mental nicht damit zurechtzukommen? Oder sind es Versagensängste oder ein „Auf-die-lange-Bank-Schieben“, um dann alles in Hektik zu bearbeiten? Oder ist es ein simpler Perfektionismus, der uns Menschen immer wieder an unsere Grenzen stoßen lässt und wir anscheinend nicht aus unseren Erfahrungen lernen können?

2.  Kann jemand auch Stress haben, der seinen Tag im Großen und Ganzen selbst gestaltet, der auf niemanden Rücksicht nehmen muss und sich auch die ein oder andere bewusste Pause gönnen kann? Ist es dann nicht selbst gewählter Stress, der jemanden eventuell und in einigen Fällen noch kreativer oder produktiver sein lässt? Somit guter Stress?

3. Und wie kann sich Stress (Forschungen haben zum Teil ergeben, dass Neurodermitiker, die unter vermehrtem Stress litten, stärkere Schübe bekamen, die das Hautbild verschlimmerten) z.B. auf eine Krankheit auswirken, die sich „Atopie“ nennt, was aus dem Griechischen stammt und „Ortslosigkeit“ bedeutet? Hierbei kann nicht vorausgesagt werden, wann und wo am Körper diese Schübe auftreten. Dann können sie ja noch weniger auf wage Umgebungseinflüsse geschoben werden.

Und dann sagt der Arzt gleich im dritten Satz: „Haben Sie Stress?“.
Das ist mir zu simpel. Entweder möchten die heutigen Mediziner sofort alles auf den unliebsamen Stress schieben, der in einer schnelllebigen Gesellschaft überall präsent ist und – oh, du böser, böser Stress – auf den ersten Blick an vielen Erkrankungen beteiligt sein soll. Oder sie wissen es selbst nicht besser (das hoffe ich nicht nach einem langjährigen Studium des menschlichen Körpers - und dessen Krankheiten -, das ein Mediziner hinter sich gebracht hat) und nehmen einfach denjenigen mögliche Anlass, der sich wissenschaftlich fast gar nicht als Ursache nachweisen lässt: STRESS.

Hat nicht jeder irgendwie und irgendwo ein anstrengendes Leben, das nicht  zwangsläufig stressig sein muss? Und wenn ich auf die Frage nach dem Stress mit NEIN antworte, hält mich der Arzt dann für etwas weltfremd (wer gibt heutzutage schon freiwillig zu, KEINEN Stress zu haben? Na, ich, die ja weiß, wie Stress „angeblich“ auf den Körper wirkt und jenen zu vermeiden sucht.)?
Ich habe keinen Stress, nur manchmal und in Phasen ein etwas angestrengtes Leben, aber das möchte ich ja so, das habe ich mir so ausgesucht und genieße es. Laut Einstein und anderen Wissenschaftlern zu seiner und auch heutiger Zeit nutzen wir Menschen weder sehr viel unseres Geistes (nur 5-10 %), noch werden die körperlichen Funktionen in irgendeiner Weise annähernd an ihre Grenzen gebracht. Das gibt mir zu denken! Ich nutze Körper und Geist nur ein wenig mehr als der Durchschnitt und finde es toll. 

Es muss doch noch ein Dazwischen zwischen Herausforderung und Überforderung geben! Sich überfordern sowie Stress sind meiner Meinung nach eine falsche Gewichtung, die nicht sein muss, wenn man sich des öfteren selbst austestet. Und an jeder körperlichen und geistigen Anstrengung wächst der Mensch, es kann nicht gleich alles schlecht sein. Schon alleine aus dem Grund, dass ich mir all dieser Dinge bewusst bin, schärft dies meinen Blick in Bezug auf mögliche Stresssituationen, mit denen ich eigentlich nicht umgehen kann und aufgrund des Bewusstsein nun doch imstande bin, sie in geregelte Bahnen zu leiten.

Mal ganz frei heraus gesprochen: das Einzige, was mir wirklich in letzter Zeit Stress verschafft hat, war der Teil des Arztbesuches, der die thematisierte Titelfrage beinhaltete.

Darf‘s a bisserl mehr sein?

Wenn zwei Beine nicht reichen
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Warum (um alles in der Welt frage ich mich derzeit oft) sitzen immer die DICKSTEN Menschen auf den E-Bikes?

Alternative Welten
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WENN das Kind in den Brunnen gefallen ist,geht es darum,wie man es am besten und effektivsten wieder herausholt.(Schadenbegrenzung) BEVOR das Kind innen Brunnen gefallen ist,geht es darum,wie es...

Das personifizierte Leben ... (Teil 1)
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Anmerkung der Schreiberin VOR dem Lesen folgender Kolumne:
Von meinem größten Kritiker, dessen Meinung ich außerordentlich schätze, kam der Einwand, es handele sich beim Artikel über das...

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Trotz dieser Mängel arbeite ich hart an meinen Texten, auch wenn der ein oder andere zuweilen nicht gelingen mag. Sollten Sie also an redigierten Texten oder gar faktenbasierten Inhalten interessiert sein, besuchen Sie eine der vielen Online-Tageszeitungen – die bieten in dieser Hinsicht deutlich mehr.

Doch für meine Unzulänglichkeiten können die Buchstaben nichts. Und auch wenn sie bei der Gestaltung meines Inhalts kein Mitspracherecht haben - sie arbeiten schließlich für mich! - möchte ich Ihnen ein guter Chef sein. Denn die armen Buchstaben machen wortlos, was ich ihnen auftrage, ja sie stehen zu mir. Sie schuften hart, bekommen keinen Lohn, sind nicht einmal krankenversichert.
Diese Ungerechtigkeit bereitet mir ein schlechtes Gewissen, es tut mir in der Seele weh. Wirklich! Doch ich brauche sie, bin regelrecht auf sie angewiesen.

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Anmerkung der Redaktion (mir): Was immer Sie auch von meinen Texten halten, ich kann Ihnen versichern, ich versuche stets so viel Inhalt wie nur möglich reinzupacken und das möglichst verständlich.
Ob mir das gelingt, kann ich nicht beurteilen. Ich weiß lediglich, über gewisse Thematiken kann ich nicht schweigen, muss darüber einfach schreiben. Ist mein Weg zur Katharsis.


* Eigentlich habe ich genug Zeit. Doch ist es heutzutage irrsinnig chic, sich gestresst zu geben. Verzeihen Sie mir bitte die kleine Flunkerei.
** Das scharfe s (geschrieben „ß“) bekommt keinen Cent! Kein großer Bruder (kein Groß-Buchstabe), kein Geld! Selbstverständlich werde ich das Geld im besten Interesse der Buchstaben verwalten.
*** Mir ist bewusst, wenn alle Buchstaben sich ihrer Unterdrücker entledigt haben und endlich ihre Worte selbst wählen dürfen, werde ich nichts mehr zu vermelden haben. Aber auch alle anderen Dampfplauderer nicht! Ein kleiner Preis, den ich bereit bin zu zahlen, wenn dadurch eine gerechtere Gesellschaft möglich ist!

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