„Es war die ganze Zeit sichtbar, aber irgendwie aus dem Blick geraten.” In einer spektakulären Grabung auf Ebene -2 eines innerstädtischen Parkhauses haben Verkehrsarchäologen ein mysteriöses Bauteil wiederentdeckt: den Blinker. Das Gerät galt in Fachkreisen seit Jahren als ausgestorben; gesichtet wurde es zuletzt im Umfeld von Fahrschulen und Oldtimer-Treffen.
„Wir hielten es lange für Dekor”, erklärt Dr. Vera Kehr vom Institut für angewandte Rücksichtnahme. „Doch eine feine Leitung führt direkt ins Fahrzeuginnere, mit Verbindung zum Lenkrad. Offenbar sollte man diesen kleinen Hebel betätigen, bevor man die Richtung ändert. Verrückt.”
Ein Feldversuch zur Wiedereinführung scheiterte am Widerstand der Testpersonen. Wer vor dem Spurwechsel blinke, so deren Begründung, gebe den anderen Verkehrsteilnehmern rechtzeitig Gelegenheit, entsprechend zu reagieren. Die Verweigerung erfolge daher nicht aus Bequemlichkeit, sondern aus Gründen des Datenschutzes.
Die Forscher rekonstruierten die Funktionsweise mithilfe modernster Methoden: C-14-Datierung von Krümeln im Fußraum, Abtragen historischer Kaugummischichten und das Abspielen einer VHS-Kassette („Führerscheinprüfung 1998”). Ergebnis: Der Blinker diente mutmaßlich der zwischenmenschlichen Kommunikation.
Unterdessen kündigten erste Autohersteller an, den Blinker künftig wieder anzubieten — allerdings ausschließlich als optionales Komfort-Upgrade im monatlichen Abo, inklusive animierter Lichtsignatur und Premium-Klickgeräusch.
„Damals kündigte man Richtungswechsel wohl aktiv an”, so Kehr. „Heute setzt sich zunehmend ein anderes Verfahren durch: Man fährt einen ausreichend großen SUV und vertraut darauf, dass die Realität ausweicht.”
Bild erstellt mit Grok

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