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Den Satz am Ende vieler Geschäfts-E-Mails kennen Sie bestimmt:

„Bitte denken Sie an unsere Umwelt, bevor Sie diese E-Mail ausdrucken!“

Ein Klassiker der digitalen Doppelmoral, oder wie man’s in Büros nennt: Nachhaltigkeits-Deko“. Meist begleitet von einem Baum-Icon, das aussieht, als hätte ClipArt einen ökologischen Selbstfindungstrip gemacht. Das digitale Feigenblatt unseres Gewissens – als würde allein der Verzicht auf ein PDF als Ausdruck die analoge Welt retten.

Aber hier geht’s um Nachhaltigkeit. Und genau deshalb frage ich mich: Warum, um alles in der chlorophyllhaltigen Welt der moralischen Druckerwarnungen, erscheint dieser Satz beim Ausdrucken immer auf einer extra Seite?
Wirklich. Immer.
Eine Seite mehr, nur für diesen einen Satz – der mir ins Gewissen reden will, ich solle keine Seiten verschwenden.

Was soll’s? Werfe ich halt regelmäßig ein Blatt Papier weg, nur, um daran erinnert zu werden, dass ich kein Papier wegwerfen soll. Das Baum-Icon schaut mich dabei vorwurfsvoll an, als hätte ich gerade seinen kleinen Bruder gefällt. Und über die vergeudete Tinte reden wir lieber nicht – wer weiß, wie viele Tintenfische für dieses moralische Mahnmal ihr Leben lassen mussten.

Verdammt! Papierstau im Drucker. Baum-Icon hatte keine Chance zu zeigen, wie nachhaltig es doch heute wieder ist. Ich muss es aber sehen … sonst glaub ich nicht dran. Noch mal alles neu ausdrucken!

Vielleicht sollte man den Satz künftig ändern in: „Bitte denken Sie an unsere Umwelt – und löschen Sie diese E-Mail, denn Nachhaltigkeit war noch nie so verschwenderisch wie im digitalen Zeitalter“. Außerdem erspart das viel Arbeit!


Bild: Public Domain Pictures von Pixabay

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Zu guter Letzt

Das Betreiben meiner Internetseite kostet Geld, vor allem aber Zeit. Von dem einen habe ich weniger als vom anderen.*
Trotz dieser Mängel arbeite ich hart an meinen Texten, auch wenn der ein oder andere zuweilen nicht gelingen mag. Sollten Sie also an redigierten Texten oder gar faktenbasierten Inhalten interessiert sein, besuchen Sie eine der vielen Online-Tageszeitungen – die bieten in dieser Hinsicht deutlich mehr.

Doch für meine Unzulänglichkeiten können die Buchstaben nichts. Und auch wenn sie bei der Gestaltung meines Inhalts kein Mitspracherecht haben - sie arbeiten schließlich für mich! - möchte ich Ihnen ein guter Chef sein. Denn die armen Buchstaben machen wortlos, was ich ihnen auftrage, ja sie stehen zu mir. Sie schuften hart, bekommen keinen Lohn, sind nicht einmal krankenversichert.
Diese Ungerechtigkeit bereitet mir ein schlechtes Gewissen, es tut mir in der Seele weh. Wirklich! Doch ich brauche sie, bin regelrecht auf sie angewiesen.

Ohne Buchstaben keine Worte, keine Texte und folglich kein NONrelevant.

Meine Buchstaben erfüllen täglich brav ihr Werk, ohne zu murren. Allerdings werde ich es aus eigener Kraft nicht schaffen, sie gerecht – beziehungsweise überhaupt – zu entlohnen.

Fassen Sie sich also ein Herz und helfen Sie mir, den Buchstaben zu helfen. Spenden Sie jetzt!

Ihr Geld fließt direkt und ohne Umwege an meine 26 lateinischen Helfer.** Versprochen!
Je mehr Sie spenden, desto wahrscheinlicher ist es, dass meine armen Buchstaben sich irgendwann in Zukunft vielleicht eine eigene Existenz aufbauen können und endlich ihre Worte frei wählen dürfen.
Verdient hätten sie es! ***


(Das ist übrignes ein Spenden-Button und möchte gedrückt werden. Ganz herzlich!)

Wenn Sie der Meinung sind, meine Texte sind Ihr Geld nicht wert und denken, Sie können es besser, dann helfen Sie mir halt anderweitig.

Wie?
Lesen Sie hier.


Anmerkung der Redaktion (mir): Was immer Sie auch von meinen Texten halten, ich kann Ihnen versichern, ich versuche stets so viel Inhalt wie nur möglich reinzupacken und das möglichst verständlich.
Ob mir das gelingt, kann ich nicht beurteilen. Ich weiß lediglich, über gewisse Thematiken kann ich nicht schweigen, muss darüber einfach schreiben. Ist mein Weg zur Katharsis.


* Eigentlich habe ich genug Zeit. Doch ist es heutzutage irrsinnig chic, sich gestresst zu geben. Verzeihen Sie mir bitte die kleine Flunkerei.
** Das scharfe s (geschrieben „ß“) bekommt keinen Cent! Kein großer Bruder (kein Groß-Buchstabe), kein Geld! Selbstverständlich werde ich das Geld im besten Interesse der Buchstaben verwalten.
*** Mir ist bewusst, wenn alle Buchstaben sich ihrer Unterdrücker entledigt haben und endlich ihre Worte selbst wählen dürfen, werde ich nichts mehr zu vermelden haben. Aber auch alle anderen Dampfplauderer nicht! Ein kleiner Preis, den ich bereit bin zu zahlen, wenn dadurch eine gerechtere Gesellschaft möglich ist!

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