Bildungseliten studieren längst nicht mehr, um etwas zu verstehen. Verstehen ist ja ein energetisch suboptimaler kognitiver Prozess und aus kapitalistischer Sicht eher störend. Stattdessen wird epistemisches Distinktionsmaterial zunehmend performativ externalisiert: Wissen als semiotisch aufgeladenes Statusartefakt, das weniger der Erkenntnis dient als der sozialen Selbstverortung.

Man erkennt das sofort an der lexikalischen Verdichtung. Polysyllabische Fremdlexeme, terminologische Spiralen, zeremoniell verquirlt, semiotisch aufgeschäumt, die aber außerhalb des akademischen Echoraums keinerlei ontologische Traktion besitzen. Sprache wird nicht mehr zur Verständigung genutzt, sondern zur sozialen Kartografierung: Zugehörigkeit durch Terminologie, Exklusion durch Vokabular.

So wird Wissen nicht geteilt, sondern in ritualisierter Form exekutiert. Was in der Philosophie „Dilemma“ heißt, nennt die BWL „Zielkonflikt“, die Soziologie „Ambivalenzkonstellation“ und außerhalb des akademischen Habitats bleibt es einfach ein Zwiespalt. Der sich bloß wundert, warum er plötzlich vier Namen hat.

Reiche grenzen sich über Geld ab, Humanisten über den Anspruch moralischer Überlegenheit und im Studium geschieht es eben über Wissen: ein Distinktionsmerkmal, das Zugehörigkeit markiert und sich mit etwas Glück sogar monetarisieren lässt. Bildung, die eigentlich emanzipatorisch wirken sollte, mutiert zur diskursiven Zugangskontrolle.

Dabei wäre es fast schon trivial: Wer etwas wirklich verstanden hat, kann es ohne terminologische Aufrüstung erklären. Wissen wäre dann ein Werkzeug, kein Fetisch, kein symbolisch übercodiertes Distinktionsobjekt, kein akademischer Talisman gegen die Angst vor der eigenen Ahnungslosigkeit.

Aber Fetische lassen sich eben besser herumtragen — besonders, wenn sie epistemisch, semiotisch und performativ simultan resonieren.


Bild erstellt mit Microsoft Copilot

Darf‘s a bisserl mehr sein?

Voll Wahlwerbung
Voll Wahlwerbung

Wenn etwas mit Doppel-Wumms läuft, dann sollten wir - also das Volk - es nicht aufhalten, sondern im Gegenteil dafür sorgen, dass es noch mehr in Schwung kommt! Deshalb möchte ich hier und heute...

Voll gespalten
Voll gespalten

Wir leben in einer Zeit, in der Meinungen nicht mehr ausgetauscht, sondern ausgeräumt werden. Wer nicht exakt meiner Ansicht ist, gilt nicht als Gesprächspartner, sondern als Feind, der auch nicht...

Voll überzeugt
Voll überzeugt

Die Demokratie verbietet es, den Wähler zu zwingen. Ihn zu überzeugen ist erlaubt. Wo das Überzeugen endet und die Manipulation beginnt, sagt sie nicht. Sie kann es auch nicht sagen, ohne eine...

Zu guter Letzt

Das Betreiben meiner Internetseite kostet Geld, vor allem aber Zeit. Von dem einen habe ich weniger als vom anderen.*
Trotz dieser Mängel arbeite ich hart an meinen Texten, auch wenn der ein oder andere zuweilen nicht gelingen mag. Sollten Sie also an redigierten Texten oder gar faktenbasierten Inhalten interessiert sein, besuchen Sie eine der vielen Online-Tageszeitungen – die bieten in dieser Hinsicht deutlich mehr.

Doch für meine Unzulänglichkeiten können die Buchstaben nichts. Und auch wenn sie bei der Gestaltung meines Inhalts kein Mitspracherecht haben - sie arbeiten schließlich für mich! - möchte ich Ihnen ein guter Chef sein. Denn die armen Buchstaben machen wortlos, was ich ihnen auftrage, ja sie stehen zu mir. Sie schuften hart, bekommen keinen Lohn, sind nicht einmal krankenversichert.
Diese Ungerechtigkeit bereitet mir ein schlechtes Gewissen, es tut mir in der Seele weh. Wirklich! Doch ich brauche sie, bin regelrecht auf sie angewiesen.

Ohne Buchstaben keine Worte, keine Texte und folglich kein NONrelevant.

Meine Buchstaben erfüllen täglich brav ihr Werk, ohne zu murren. Allerdings werde ich es aus eigener Kraft nicht schaffen, sie gerecht – beziehungsweise überhaupt – zu entlohnen.

Fassen Sie sich also ein Herz und helfen Sie mir, den Buchstaben zu helfen. Spenden Sie jetzt!

Ihr Geld fließt direkt und ohne Umwege an meine 26 lateinischen Helfer.** Versprochen!
Je mehr Sie spenden, desto wahrscheinlicher ist es, dass meine armen Buchstaben sich irgendwann in Zukunft vielleicht eine eigene Existenz aufbauen können und endlich ihre Worte frei wählen dürfen.
Verdient hätten sie es! ***


(Das ist übrignes ein Spenden-Button und möchte gedrückt werden. Ganz herzlich!)

Wenn Sie der Meinung sind, meine Texte sind Ihr Geld nicht wert und denken, Sie können es besser, dann helfen Sie mir halt anderweitig.

Wie?
Lesen Sie hier.


Anmerkung der Redaktion (mir): Was immer Sie auch von meinen Texten halten, ich kann Ihnen versichern, ich versuche stets so viel Inhalt wie nur möglich reinzupacken und das möglichst verständlich.
Ob mir das gelingt, kann ich nicht beurteilen. Ich weiß lediglich, über gewisse Thematiken kann ich nicht schweigen, muss darüber einfach schreiben. Ist mein Weg zur Katharsis.


* Eigentlich habe ich genug Zeit. Doch ist es heutzutage irrsinnig chic, sich gestresst zu geben. Verzeihen Sie mir bitte die kleine Flunkerei.
** Das scharfe s (geschrieben „ß“) bekommt keinen Cent! Kein großer Bruder (kein Groß-Buchstabe), kein Geld! Selbstverständlich werde ich das Geld im besten Interesse der Buchstaben verwalten.
*** Mir ist bewusst, wenn alle Buchstaben sich ihrer Unterdrücker entledigt haben und endlich ihre Worte selbst wählen dürfen, werde ich nichts mehr zu vermelden haben. Aber auch alle anderen Dampfplauderer nicht! Ein kleiner Preis, den ich bereit bin zu zahlen, wenn dadurch eine gerechtere Gesellschaft möglich ist!

Wir benutzen Cookies
Wir verwenden auf NONrelevant ein paar Cookies, um Ihr Nutzerverhalten besser verstehen zu können. Das machen wir selbstverständlich nur, damit wir unser Angebot für Sie laufend optimieren können.

Sollten Sie uns aber unter keinen Umständen helfen wollen, unser Angebot ausschließlich für SIE zu verbessern, dann können Sie die Tracking-Cookies gerne ablehnen.

Mehr Informationen über das Sammeln Ihrer Daten, finden Sie in der Datenschutzerklärung.