Jede Niederlage, jeder Rückschlag, jede Fehlinvestition wird fortan als Klimafortschritt verbucht: Verarmung heißt Tugend, leere Regale gelten als Ressourcenschonung, Nichtkauf wird mit Bonusmeilen belohnt. Schlechte Qualität ist Umweltschutz. In biedermeierlicher Manier richten wir uns im Niedergang ein, applaudieren den Brandstiftern und weigern uns, hinzusehen, obwohl das Desaster vor der Haustür stattfindet; wir messen Erfolg in Versagen, nicht in Fortschritt.
Die Politik nennt das nüchtern „ökonomische Klimapolitik“, das Wachstum wird negativ ausgewiesen, und die Bevölkerung lernt zu verzichten. Nicht, weil sie es begriffen hätte, sondern weil sie keine Wahl mehr hat. Weil es bergab geht. Immerhin: Die letzte Kurve, die noch steigt, ist die der Verzweiflung.
Unsere Politiker begreifen Mangel als Moral. Sie lächeln, während die Gesellschaft, sauber etikettiert und zertifiziert, in den Abgrund rutscht, weil so wenigstens das Klima gerettet wird.
Und das Verstörendste: Wer auf die Funktionsstörungen hinweist, ist systemisch die Störung. Der, der alles schlecht redet. Nur kritisiert, negativ ist. Ja, so lasst uns optimistisch klatschend in den Abgrund tanzen. Hauptsache, der Untergang kommt emissionsreduziert und nachhaltig. Aber es gibt Hoffnung: Wenn wir am Boden sind, kann es nur noch aufwärts gehen, oder es ist endgültig zu Ende. So oder so, das Leid ist irgendwann vorbei. Und wenn schon Untergang, dann wenigstens mit gutem Gewissen.
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