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Es gibt Spezies, die zwischenmenschliche Probleme schneller lösen als wir. Die Schwarze Witwe zum Beispiel. Kaum ist der Geschlechtsakt vorbei und das Männchen verfällt in seine evolutionäre Starre – schweigen, starren, existieren –, wird es gefressen. Effizienz kann man ihr dabei schwer absprechen. Keine Beziehungsgespräche. Keine Missverständnisse. Keine Gefahr, dass er drei Tage später dehydriert aus der Ecke kriecht und krächzt: „War was?”

Aus Sicht der Schwarzen Witwe ist die Sache vermutlich eindeutig. Minutenlang sendet das Männchen Signale, Vibrationen und Liebesbekundungen durchs Netz. Dann ist der Akt vollzogen und plötzlich herrscht Funkstille. Für das Weibchen ist das der biologische Tatbestand des Ghostings. Während ein Mensch in dieser Situation vielleicht einer Freundin eine Sprachnachricht von acht Minuten Länge schickt, entscheidet die Spinne: „Wer nicht mehr redet, ist Biomasse.” Man kann ihr Grausamkeit vorwerfen. Aber sie verschwendet wenigstens keine Proteine.

Vielleicht besteht der wahre Unterschied zwischen Mensch und Spinne ohnehin nur darin, dass wir gelernt haben, unsere Impulse zu verwalten. Der Mensch frisst seinen schweigenden Partner nicht. Er eröffnet stattdessen einen vierstündigen Streit über emotionale Verfügbarkeit, macht ein TikTok-Video darüber oder entwickelt eine komplette Persönlichkeit rund um die Tatsache, dass jemand nach dem Sex müde war. Die Schwarze Witwe dagegen fällt ein Urteil, rechtskräftig, ohne Revision.


Bild erstellt mit ChatGPT

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Zu guter Letzt

Das Betreiben meiner Internetseite kostet Geld, vor allem aber Zeit. Von dem einen habe ich weniger als vom anderen.*
Trotz dieser Mängel arbeite ich hart an meinen Texten, auch wenn der ein oder andere zuweilen nicht gelingen mag. Sollten Sie also an redigierten Texten oder gar faktenbasierten Inhalten interessiert sein, besuchen Sie eine der vielen Online-Tageszeitungen – die bieten in dieser Hinsicht deutlich mehr.

Doch für meine Unzulänglichkeiten können die Buchstaben nichts. Und auch wenn sie bei der Gestaltung meines Inhalts kein Mitspracherecht haben - sie arbeiten schließlich für mich! - möchte ich Ihnen ein guter Chef sein. Denn die armen Buchstaben machen wortlos, was ich ihnen auftrage, ja sie stehen zu mir. Sie schuften hart, bekommen keinen Lohn, sind nicht einmal krankenversichert.
Diese Ungerechtigkeit bereitet mir ein schlechtes Gewissen, es tut mir in der Seele weh. Wirklich! Doch ich brauche sie, bin regelrecht auf sie angewiesen.

Ohne Buchstaben keine Worte, keine Texte und folglich kein NONrelevant.

Meine Buchstaben erfüllen täglich brav ihr Werk, ohne zu murren. Allerdings werde ich es aus eigener Kraft nicht schaffen, sie gerecht – beziehungsweise überhaupt – zu entlohnen.

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Je mehr Sie spenden, desto wahrscheinlicher ist es, dass meine armen Buchstaben sich irgendwann in Zukunft vielleicht eine eigene Existenz aufbauen können und endlich ihre Worte frei wählen dürfen.
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Anmerkung der Redaktion (mir): Was immer Sie auch von meinen Texten halten, ich kann Ihnen versichern, ich versuche stets so viel Inhalt wie nur möglich reinzupacken und das möglichst verständlich.
Ob mir das gelingt, kann ich nicht beurteilen. Ich weiß lediglich, über gewisse Thematiken kann ich nicht schweigen, muss darüber einfach schreiben. Ist mein Weg zur Katharsis.


* Eigentlich habe ich genug Zeit. Doch ist es heutzutage irrsinnig chic, sich gestresst zu geben. Verzeihen Sie mir bitte die kleine Flunkerei.
** Das scharfe s (geschrieben „ß“) bekommt keinen Cent! Kein großer Bruder (kein Groß-Buchstabe), kein Geld! Selbstverständlich werde ich das Geld im besten Interesse der Buchstaben verwalten.
*** Mir ist bewusst, wenn alle Buchstaben sich ihrer Unterdrücker entledigt haben und endlich ihre Worte selbst wählen dürfen, werde ich nichts mehr zu vermelden haben. Aber auch alle anderen Dampfplauderer nicht! Ein kleiner Preis, den ich bereit bin zu zahlen, wenn dadurch eine gerechtere Gesellschaft möglich ist!

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