Voll vergessen
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Voll vergessen

Fett und träge sind wir geworden. Nicht nur körperlich, geistig. Wir lebten zu lange, zu gut von den Früchten, die unsere Eltern und Großeltern unter großen Entbehrungen gepflanzt haben. Viele von ihnen haben im Kampf um bessere Arbeitsrechte gelitten.
Sie demonstrierten, sie streikten.
Sie forderten kürzere Arbeitszeiten, sichere Arbeitsbedingungen, soziale Absicherung und politische Teilhabe – oft auf Kosten ihrer Gesundheit, ihrer Freiheit und ihres Leben. Ihre Kämpfe führten zur Gründung von Gewerkschaften, zu Arbeitszeitgesetzen und einem System sozialer Sicherheit.

Und wir? Wir haben vergessen. Wir sehen nicht, dass die Früchte langsam zur Neige gehen. Der Arbeitskampf ist verkommen zu einer glorifizierten Erinnerung, gerade noch Stoff für einen Historienfilm. In Wirklichkeit ist er längst verblasst. Wir haben Solidarität gegen Profit getauscht, und verraten uns gegenseitig für ein paar Cent mehr – oder noch schlimmer: nur um dem Chef zu gefallen. 

Wir sind blind geworden für das, wofür unsere Vorfahren gekämpft haben. „Proletarier aller Länder ...“ – bekämpft euch, damit die Bourgeoisie noch mehr von unserer harten Arbeit profitiert. Der Reichtum einiger weniger kann nur wachsen, weil wir den Preis dafür bezahlen. Also, polieren wir weiter die Ketten, die uns halten – und nennen es Freiheit.

Oder wir könnten uns erinnern.
Wir könnten wieder lernen, dass Solidarität mehr wert ist als der Applaus des Chefs.


Illustration: GPT-5 / OpenAI

Darf‘s a bisserl mehr sein?

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