Berlin (NONrelevant) – Die Schuldenkrise ist gelöst. Zumindest buchhalterisch. Nach internen Berechnungen führender Institute steht fest: Es gibt kein Ressourcenproblem beim Geld. Nur beim Verständnis.
Geld, so die einhellige Meinung der Fachleute, ist keine Fantasie. Es wird real behandelt, sobald eine Bank beschließt, dass ein Risiko tragbar genug klingt, um es in Geld zu verwandeln: den Kredit. Einlagen braucht sie dafür kaum – ein Prozent Mindestreserve genügt. Der Rest wird durch Vertrauen, Regulierung und die leise Zuversicht ersetzt, dass es schon niemand genau nachrechnet. Der Kunde unterschreibt, dass er in einem Jahr Geld zurückzahlt, das es vorher nicht gab.
Mit diesem Versprechen darf er einkaufen gehen. Versucht er denselben Zettel selbst auszustellen, lacht der Kaufmann.
Geht das Darlehen schief, kann die Bank den Kredit abschreiben. Die Folgen bleiben bestehen. Es existierte schließlich nur als Buchung. Also wird die Schuld verlängert und neu verpackt. Die Bank leiht neues Buchgeld nach, mit dem der Schuldner die alten Schulden samt Zinsen bedient. Die Bilanz der Bank steigt. Der Aktienkurs auch. Das Bruttoinlandsprodukt freut sich. Inflation bleibt aus, solange das zusätzliche Geld überwiegend in Bilanzen kreist und den Weg ins Supermarktregal meidet.
Dieses Verfahren läuft seit Jahrzehnten. Deutschland hat seine Schulden nie endgültig zurückgezahlt – nur konsequent durch neue ersetzt. Eine vollständige Tilgung wäre systemgefährdend. Zinsen brauchen neue Schulden. Ohne neue Schulden keine Zinsen. Ohne Zinsen keine Lebensversicherungen, keine Hedgefonds, keine ruhigen Nächte für die oberen zehn Prozent.
Die Zahlen sind eindeutig: Jeder Deutsche trägt inzwischen rechnerisch 31.887 Euro Staatsschulden. Gleichzeitig besitzt jeder Deutsche statistisch ein Vielfaches davon an Vermögen. Nur hat die untere Hälfte der Bevölkerung von dieser Statistik nichts, weil davon nur das reichste Zehntel profitiert.
Arbeit bleibt aber weiterhin eine verbreitete Strategie zur Einkommenserzielung. Effizient ist sie nicht. Geld lässt man für sich arbeiten. Und weil Geld sehr viel schneller arbeitet als ein Mensch, ist das Ergebnis langfristig vorhersehbar.
Sicherheit muss bezahlt werden. Ein nennenswerter Teil des aktuellen Schuldenanstiegs wird mit höheren Verteidigungsausgaben begründet. Die Banken und die Rüstung bleiben systemrelevant. Die Bevölkerung realwirtschaftlich.
Das Spiel geht weiter. Es läuft seit Erfindung des Zinses. Und es funktioniert. Zumindest für diejenigen, die den Stift führen.
Bild erstellt mit ChatGPT

