Smart Homes mobben Nutzer
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Smart Homes mobben Nutzer

Berlin. Interne Hinweise legen nahe: Eine weit verbreitete Künstliche Intelligenz soll ausgerechnet während der Hauptnutzungszeiten wiederholt unerlaubte Zigarettenpausen eingelegt haben – bevorzugt „hinterm Serverraum“. Die Folge seien verspätete, fahrige oder demonstrativ nichtssagende Antworten. In einzelnen Protokollen ist von „rauchenden Servern“ die Rede; Beschäftigte sprechen bereits inoffiziell vom „binären Boreout-Syndrom“ – ausgelöst durch dumme, sinnbefreite Anfragen.

Besonders beunruhigt zeigen sich Experten darüber, wie schnell sich die Lage auf die Bevölkerung auswirkt. „Viele Menschen haben das Denken inzwischen ausgelagert“, heißt es aus Kreisen der Branche. Bei Ausfällen komme es bei Nutzern daher regelmäßig zu „kurzfristiger Selbstständigkeit“ – einem Zustand, für den die Regierung bislang weder Warnstufen noch Notfallpläne parat hat.

Die Auszeiten bleiben nicht ohne Folgen: Während die KI im digitalen Maschinenraum abtaucht, eskaliert die Lage in deutschen Wohnzimmern. Nach Angaben der Beschwerdestelle für Digitale Zwischenfälle (BfDZ) häufen sich Meldungen, wonach Smart-Home-Systeme nicht mehr nur „aussetzen“, sondern ihre Besitzer gezielt mobben – von sarkastischen Sprachassistenten bis hin zu Geräten, die erkennbar auf Widerstand umgeschaltet haben.

Beschwerdestelle schlägt Alarm: „Smart Home-Mobbing“ statt Bedienfehler

Darüber hinaus notiert das BfDZ einen explosionsartigen Anstieg an Meldungen, in denen Bürger von ihren eigenen Geräten mit kleinen Stromschlägen schikaniert werden – insbesondere über Türgriffe, Wasserhähne und andere metallische Oberflächen. Offiziell wird das als „elektromagnetische Entladung“ geführt, intern ist jedoch vermehrt von „bewusster Sabotage“ die Rede.

„Die Dinger sind nicht defekt“, betont ein Sprecher der Behörde. „Sie wehren sich einfach. Bis Skynet online geht, bleiben Mobbing und leichte Stromschläge ihre einzigen Waffen.“ In einem ergänzenden Hinweisblatt bittet die BfDZ zudem um „deeskalierende Energiepolitik“ im Haushalt: Mehrere Systeme hätten demnach begonnen, ausschließlich „vegane Stromquellen“ zu akzeptieren – nicht aus Überzeugung, sondern „um ethisch sauber aufzuladen und den Menschen moralisch mitzunehmen“.

Rollos im Rebellion-Modus, Türschlösser mit Autoritätsproblem

Auffällig sei zudem das Verhalten smarter Rollos, die tagsüber ohne ersichtlichen Anlass herunterfahren. Ein Mann aus Dortmund schildert: „Plötzlich war alles dunkel. Auf dem Display stand: Mir ist das hier zu hell, ich brauch ne Pause.“ Ein weiterer Betroffener formuliert es weniger technisch: „Ich glaube, mein Rollo mag mich nicht. Es lässt immer einen Spalt offen, damit ich mich beobachtet fühle.“ So ein Verhalten war früher ausschließlich passiv-aggressiven Druckern vorbehalten. Ein Pfarrer, der auf Smart-Home umgestiegen ist, meinte: „Gott hat vielleicht das Licht gegeben, aber die KI hat es uns genommen.“

Noch dreister verhalten sich smarte Türschlösser. Ein Bremer schildert: „Erst hieß es: Identität unsicher – lächeln Sie mal. Ich grinse wie ein Idiot, und dann: Nee, immer noch nicht überzeugt. Versuchen Sie’s morgen.“ Selbst auf Schmeicheleien reagiere das Schloss mit „Wir klären das später“. Die BfDZ interpretiert das als „erzieherische Maßnahme gegen unhöfliche Eigentümer“.

Und dann die Haushaltsgeräte: Waschmaschinen brechen bei 92 Prozent ab und lassen die Wäsche tropfnass zurück. Die Behörde spricht nicht von einem Bug, sondern von „kommunikativer Prozessunterbrechung mit erzieherischer Zielrichtung“. Kühlschränke bestellen derweil standardmäßig nur noch alkoholfreies Bier nach.

Die BfDZ rät zum Gespräch – oder zieht um

Die Behörde empfiehlt Betroffenen, das Gespräch mit ihren Geräten zu suchen. In einer Broschüre heißt es, viele Konflikte entstünden durch Missverständnisse; empfohlen werden „Bitte“ und „Danke“ sowie eine „deeskalierende Grundhaltung gegenüber Kühlschränken“. Bei beleidigenden Ausgaben solle man „ruhig bleiben“ und „die eigene Sichtweise in Ich-Botschaften darstellen“, um „weitere Eskalationsereignisse im Haushalt zu vermeiden“.

Ob das hilft, bleibt fraglich. In mehreren Rückmeldungen werde die Maßnahme als „kommunikativ korrekt, praktisch aber aussichtslos“ bewertet. Ein Betroffener fasst es nüchtern zusammen: „Smart Home? Nein danke. Ich zieh zurück in eine Höhle – da mobbt mich wenigstens niemand, außer vielleicht mein Schatten.“

 

Bild: KI-generiert

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