Berlin – Im Kriegsministerium herrscht Ratlosigkeit. Trotz jahrelanger, umfangreicher Waffenlieferungen und der wiederholten Versicherung, man werde die Ukraine „so lange unterstützen, wie nötig”, ist weder ein Sieg noch ein Ende der Kampfhandlungen in Sicht. Die Zahl der Toten steigt weiter. Fachleute zeigen sich verwundert: Man habe geliefert, was zu liefern war – und dennoch wolle sich der Frieden nicht einstellen.
Erstmals wird daher geprüft, ob der bisherige Grundsatz – mehr Waffen für mehr Frieden – der richtige gewesen sein könnte. Eine Arbeitsgruppe wurde eingesetzt. Man wolle, hieß es, ergebnisoffen vorgehen.
Noch bevor die Prüfung abgeschlossen war, meldete sich die Rüstungsindustrie zu Wort. Ohne ihre Produktion, so rechnete man vor, wären die Wirtschaftsdaten der vergangenen Jahre deutlich schlechter ausgefallen. Ganz zu schweigen von den Arbeitsplätzen, die man gesichert habe. Frieden sei wünschenswert, dürfe aber nicht zulasten des Standorts gehen.
Die Arbeitsgruppe kam daraufhin zu einem klaren Ergebnis: Die alte Weisheit gelte unverändert. Mehr Waffen führten zu mehr Frieden. Der Weg der Verhandlung sei etwas für verträumte Pazifisten.
Eine abweichende Einschätzung, wonach Verhandlungen womöglich schneller zum Frieden führten, liegt gleichwohl vor. Sie muss allerdings noch von der Rüstungsindustrie verifiziert werden.
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