Überführt!
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Überführt!

Spahn überführt Spahn – und die Medien überführen es ins Schweigen

Berlin (NON, Obliviscur) – Sensation in der Corona-Enquete-Kommission: Nicht investigative Journalisten, keine Oppositionsabgeordneten und nicht einmal eins dieser faktenflexiblen Alternativmedien haben Jens Spahn der Lüge überführt – sondern Jens Spahn selbst. Sein ungeschönter Wortlaut in etwa: „Sie wurden belogen – von mir – aber halt damals; und da war die Lüge noch richtig. Auch ohne wissenschaftliche Nachweise.“

Aufarbeitung, aber effizient: Wahrheit raus, Nachrichten bleiben drin

Ein Moment, der in Demokratien, die ihre Skandale noch ernst nehmen, mindestens zu Rücktritten, Sondersendungen oder brennenden Talkshow-Sofas führen würde. In Deutschland führte er zu einem kleinen Vermerk in irgendeiner Akte, die demnächst „versehentlich“ geschreddert wird.

Protokoll, Zeitstempel, betroffene Gesichtsausdrücke – alles da. Nur die Konsequenzen fehlen. Das ist eben die deutsche Form der Katharsis: Man sagt es laut, damit man es danach umso leiser nicht mehr hört. Die Enquete-Kommission ist weniger Aufarbeitung als politisches Endlager: Ein glücklicher Ort, an dem Wahrheiten sicher verwahrt werden, damit sie niemandem auffallen.

Spahn selbst zeigte sich hingegen entschlossen: „Ich muss aus meinen Fehlern lernen, und das Volk muss meinen Lügen – vom Himmel der Alternativlosigkeit herabgereicht – verzeihen.“

Aufarbeitung abgeschlossen

Wenn Spahn sich in der Kommission praktisch selbst überführt, wird das in der Medienlandschaft nicht „Skandal“ genannt, sondern „komplexe Gemengelage“. Anschließend beantragt irgendjemand „weitere Prüfungen“, was parlamentarisch übersetzt heißt: Wir warten, bis es niemanden mehr interessiert. Die Zeit ist schließlich der zuverlässigste Koalitionspartner.

Die vierte Gewalt übt sich in Yoga: Augen zu … wegatmen … weg

Viele Medien berichten darüber nicht. Nicht, weil es unwahr wäre. Sondern weil es in einem Ausschuss passiert ist – dieser natürlichen Schutzzone der Demokratie, in der Informationen zwar existieren, aber keine Reichweite bekommen. Enquete ist so ein bisschen wie Demokratie: alle sagen, es sei wichtig, niemand setzt irgendwas um.

So entsteht die perfekte deutsche Transparenz: Alles ist öffentlich – nur halt ohne Publikum.

Konsequenzen? Ein neues Gremium

Natürlich bleibt das nicht folgenlos. Wenn in einem Gremium gelogen wird, wird untersucht, warum das Gremium trotz der offensichtlichen Lügen nichts bewirkt hat. Neue Arbeitsgruppen entstehen, wie etwa: „Kommunikation damals“ oder „Kommunikation über die Kommunikation“, und als Sofortmaßnahme ein Warnhinweis auf Politiker-Sätze.
Achtung: Kann Spuren von späterer Erinnerung enthalten. Nach dem Öffnen zügig relativieren.

Fazit

Spahn überführt sich selbst. Und es passiert nichts – weil das System hinter der Demokratie perfekt funktioniert: Geständnisse sind nur dann ein Problem, wenn die Öffentlich-Rechtlichen sie senden.
Deutschland hat damit die Pandemie endgültig aufgearbeitet: Wir wurden belogen. Wir haben’s gehört. Es steht im Protokoll. Und jetzt bitte schnell wieder Wetter.


Illustration: Extrablatt-Redaktion – KI-Grafik (GPT-5), 2025

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