„Digitale Dateien kosten nichts.“
Weil man sie nicht sehen kann.
Und dennoch glauben Menschen an Gott?
Weil man ihn nicht sehen kann.
„Digitale Dateien kosten nichts.“
Weil man sie nicht sehen kann.
Und dennoch glauben Menschen an Gott?
Weil man ihn nicht sehen kann.
Alle wollen heute auf der richtigen Seite stehen.
Moral ist kein Wert mehr, sondern Werbefläche.
Man trägt sie wie ein Designer-Shirt – glänzend, sauber und völlig überteuert.
Empörung ersetzt Nachdenken, Haltung ersetzt Inhalt.
Die neue Tugend heißt Zustimmung – alles andere gilt als Makel.
Wer fragt, gilt als gefährlich. Wer widerspricht, als verdächtig.
Moral ist zum Spektakel geworden: laut, kurzatmig, selbstverliebt.
Wer kennt die Szene an der Ampel nicht? Motor abgestorben. Der Hintermann hupt und blendet auf. Rücksicht hingegen wäre leise: fünf Sekunden Geduld – mehr bräuchte es nicht. Doch diese Zeiten sind vorüber. Blitzgewitter und Dauervibrato sind ständige Begleiter im Straßenverkehr. Na klar, „viel hupen hilft viel“ – vor allem beim Vorankommen.
Ich habe die Schnauze voll von der moralischen Überheblichkeit. Ich habe die Schnauze voll von der intellektuellen Faulheit. Ich habe die Schnauze voll von der reflexhaften Gleichsetzung: Rechts = Nazi.
Diese Gleichung ist das Mathe-Niveau der Empörten. Die Formel ist aber nicht nur falsch – sie ist brandgefährlich. Sie ersetzt Nachdenken durch Empörung, Argumente durch Abwertung und Dialog durch Ausgrenzung.
Einleitung
Ausgehend vom Wort Jesu versuche ich, klassische und moderne Ethiken auszuloten, um eine Haltung zu skizzieren, die verbindlich bleibt und doch der Wirklichkeit standhält. Im Zentrum steht der Zwiespalt: Wie können ethische Prinzipien in einer komplexen Welt Orientierung geben, ohne selbst zu starr, zu abstrakt oder lebensfern zu sein?
1. Jesu Satz als Ursprung ethischen Denkens
Der Ausgangspunkt des Dialogs ist das Wort Jesu: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ (Mt 22,39). Es wird als grundlegendes ethisches Prinzip verstanden, das viele spätere Theorien nur in neuer Sprache wiederholen – sei es Kant, Utilitarismus oder andere. Das Besondere an diesem Satz ist seine Einfachheit und Tiefe: Er verbindet ethische Forderung mit empathischer Haltung, und er richtet sich nicht an Eliten, sondern an alle.
Neulich im Radio:
Ein BR2-Korrespondent verspricht sich bei einem ausländisch klingenden Namen. Passiert. Aber statt einfach „Entschuldigung, mein Fehler“ zu sagen, wird ein anderer beschuldigt: der Name selbst.
Vielleicht sollte der Journalist künftig nur noch über Leute berichten, die Müller, Meier oder Schmidt heißen – oder Hans. Da kann er nichts falsch machen. Sein neuer Slogan: „Ich berichte nur, wenn ich’s aussprechen kann.“
Bierhändler als Väter des Wohlfahrtsstaats
Als die Frankfurter Bierhändler im Jahr 1903 das Konzept des Flaschenpfands einführten, wollten sie vermutlich nur verhindern, dass ihre Flaschen im Straßengraben landeten. Sie konnten wohl kaum ahnen, dass sie damit ein Jahrhundert später zur Bekämpfung der Altersarmut beitragen würden.