Voll beseelt
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- Jochen
- Voll gedacht!
Sind wir im Denken wirklich weiter als die Menschen zu Aristoteles’ Zeiten – oder nur besser im Schönreden? Er nannte den Sklaven damals noch ein „beseeltes Werkzeug“.
Wie verwerflich!
Zweitausend Jahre Weiterentwicklung später heißen diese Werkzeuge „Mitarbeitende“, „Team-Member“, gar „Leistungsträger“. Schöne Worte, aber in der Bilanz sind sie lediglich eine Kostenstelle.
UNsichtbar
„Digitale Dateien kosten nichts.“
Weil man sie nicht sehen kann.
Und dennoch glauben Menschen an Gott?
Weil man ihn nicht sehen kann.
Voll designt!
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- Jochen
- Voll gedacht!
Alle wollen heute auf der richtigen Seite stehen.
Moral ist kein Wert mehr, sondern Werbefläche.
Man trägt sie wie ein Designer-Shirt – glänzend, sauber und völlig überteuert.
Empörung ersetzt Nachdenken, Haltung ersetzt Inhalt.
Die neue Tugend heißt Zustimmung – alles andere gilt als Makel.
Wer fragt, gilt als gefährlich. Wer widerspricht, als verdächtig.
Moral ist zum Spektakel geworden: laut, kurzatmig, selbstverliebt.
Voll ausgebremst
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- Jochen
- Voll gedacht!
Wer kennt die Szene an der Ampel nicht? Motor abgestorben. Der Hintermann hupt und blendet auf. Rücksicht hingegen wäre leise: fünf Sekunden Geduld – mehr bräuchte es nicht. Doch diese Zeiten sind vorüber. Blitzgewitter und Dauervibrato sind ständige Begleiter im Straßenverkehr. Na klar, „viel hupen hilft viel“ – vor allem beim Vorankommen.
Voll argumentativ
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- Jochen
- Voll gedacht!
Ich habe die Schnauze voll von der moralischen Überheblichkeit. Ich habe die Schnauze voll von der intellektuellen Faulheit. Ich habe die Schnauze voll von der reflexhaften Gleichsetzung: Rechts = Nazi.
Diese Gleichung ist das Mathe-Niveau der Empörten. Die Formel ist aber nicht nur falsch – sie ist brandgefährlich. Sie ersetzt Nachdenken durch Empörung, Argumente durch Abwertung und Dialog durch Ausgrenzung.
Ethik im Dialog
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- Jochen
- Vorbeigedacht!
Einleitung
Ausgehend vom Wort Jesu versuche ich, klassische und moderne Ethiken auszuloten, um eine Haltung zu skizzieren, die verbindlich bleibt und doch der Wirklichkeit standhält. Im Zentrum steht der Zwiespalt: Wie können ethische Prinzipien in einer komplexen Welt Orientierung geben, ohne selbst zu starr, zu abstrakt oder lebensfern zu sein?
1. Jesu Satz als Ursprung ethischen Denkens
Der Ausgangspunkt des Dialogs ist das Wort Jesu: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ (Mt 22,39). Es wird als grundlegendes ethisches Prinzip verstanden, das viele spätere Theorien nur in neuer Sprache wiederholen – sei es Kant, Utilitarismus oder andere. Das Besondere an diesem Satz ist seine Einfachheit und Tiefe: Er verbindet ethische Forderung mit empathischer Haltung, und er richtet sich nicht an Eliten, sondern an alle.
Wenn Journalisten Buchstaben canceln
Neulich im Radio:
Ein BR2-Korrespondent verspricht sich bei einem ausländisch klingenden Namen. Passiert. Aber statt einfach „Entschuldigung, mein Fehler“ zu sagen, wird ein anderer beschuldigt: der Name selbst.
Vielleicht sollte der Journalist künftig nur noch über Leute berichten, die Müller, Meier oder Schmidt heißen – oder Hans. Da kann er nichts falsch machen. Sein neuer Slogan: „Ich berichte nur, wenn ich’s aussprechen kann.“
Mehr Pfand fürs Volk
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- Jochen
- Vorbeigedacht!
Bierhändler als Väter des Wohlfahrtsstaats
Als die Frankfurter Bierhändler im Jahr 1903 das Konzept des Flaschenpfands einführten, wollten sie vermutlich nur verhindern, dass ihre Flaschen im Straßengraben landeten. Sie konnten wohl kaum ahnen, dass sie damit ein Jahrhundert später zur Bekämpfung der Altersarmut beitragen würden.
Ich liege, also bin ich!
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- Jochen
- Jochens Notizblock
Offenbar war ich im vorherigen Leben kein kompletter Totalausfall. Als ich nach meinem Tod vor dem großen Schreibtisch des Jenseits stand, war mir sofort klar: Ganz mies gelaufen war es nicht. Sonst hätte mich irgendeine Buchhalter-Entität mit krankhaftem Hang zur Excel-Ästhetik wohl direkt in die Hölle verfrachtet – als unbezahlter Praktikant unter der gnadenlosen Aufsicht von Dämonen in Business-Casual. Ein finsterer Abgrund, in dem der Teufel täglich endlose PowerPoint-Präsentationen über effizienteres Arbeiten und geheucheltes Teamverständnis abhält.
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