Demokratie erVolkreich?
Demokratie – jetzt auch als Abo-Modell!
Willkommen in der Mitmach-Illusion 2025. Demokratie funktioniert heute wie ein Streamingdienst: Du bekommst ein paar Wahlversprechen, klickst auf „Abonnieren“ und das Programm läuft weiter - ohne dich. Mindestvertragslaufzeit? Vier Jahre. Kündigung? Eigentlich nicht vorgesehen.
Voll gegrillt
- Details
- Jochen
- Voll gedacht!
Vor 45 Jahren zitterte die Menschheit vor einer angeblich drohenden Eiszeit. Doch damals hatte Panik irgendwie noch Stil. Niemand klebte sich deswegen auf die Straßen. Bildung und gesunder Menschenverstand reichten offensichtlich aus, um nicht gleich hyperventilierend den Weltuntergang herbeizutwittern, nur weil Hephaistos angeblich morgen mit seinem Kohlegrill die Erde ankokeln könnte.
Scrollen bis zum Exodus
- Details
- Jochen
- Vorbeigedacht!
In der Bibel waren es zehn Plagen. Nur zehn! Überschaubar und für die Bühne göttlich inszeniert. Heuschrecken, Frösche, Blutfontänen aus dem Wasserhahn … das Drama kündigte sich in epischer Klarheit an. Und Moses, jener unbeirrbare Andersdenkende, verkündete die Zeichen des Verfalls noch ganz ohne Influencer-Account auf YouTube oder gar TikTok.
Voll laizistisch - akt. 25.05.
- Details
- Jochen
- Voll gedacht!
Die Kirche hinter uns gelassen, könnte man denken, wir hätten die Entfremdung überwunden. Doch weit gefehlt. Ein neuer Demiurg wurde erschaffen: die Übermoralisten. Nun herrschen sie über uns – anstatt Gottes selbsternannte Vertreter auf Erden. Mal sehen, wie lange das auf Dauer gut geht.
Was jedoch über die Jahrhunderte gleichgeblieben ist: Kreuzzüge gegen Ungläubige!
Selbstfindung - auch nur Algorithmus
- Details
- Jochen
- Jochens Notizblock
Ich habe mal irgendwo gelesen: „Am Ende einer Reise begegnet man sich selbst.“ Fantastisch. Noch so ein sinnstiftender Weisheit. Philosophisch gesehen mag das ja voll tiefgründig und erfühlend klingen. Aber schon philosophisch betrachtet, ist das schwierig umzusetzen - in der Realität schlichtweg unmöglich.
Diesen Satz habe ich in irgendeinem Magazin einer Fluggesellschaft gelesen, auf dem Rückweg von Kuba. Doch als Angestellter weiß ich nur allzu gut: Jede Reise, egal wie weit entfernt das Ziel schlussendlich auch war, endet in Arbeit. Später irgendwann sogar im Tod. Großartige Aussicht.
Wandel
Erst sollte ich katholisch sein. Dann liberal.
Anschließend tolerant. Jetzt woke!
Wann darf ich endlich ICH sein?
Einfach nur Mensch?
Leben? Ja, wann können wir bedingungslos leben?
Zusammen? Nicht gegeneinander.
Nicht hetzend?
Obwohl … die Phase der Toleranz in den 80er und 90er Jahren
war wohl die am wenigsten scheinheilige, die am wenigsten absolute.
Die toleranteste eben!
Viva la Revolution
- Details
- Jochen
- Vorbeigedacht!
Warum wir nicht aufstehen? Weil Revolution mittlerweile bequem gepolstert ist. Empörung gibt’s nur noch in den sozialen Medien, unter der kuscheligen Decke der moralischen Selbstgefälligkeit. Denn wer geht noch auf die Barrikaden, wenn es doch Kommentarspalten gibt? Die Faust bleibt in der Chipstüte, die Stimme verhallt in der Sofa-Ritze. Und morgen? Da läutet wieder der Wecker der Angepassten. Aufgestanden … ja, aufgestanden wird nur für die Stechuhr. Um dann acht Stunden schweigend alles zu schlucken.
Und am Abend: Lang lebe die Revolution – natürlich nur, wenn man irgendwo ein Like setzen kann.
Voll rücksichtsvoll - akt. 07.04.
- Details
- Jochen
- Voll gedacht!
Experten sind sich einig: Putin wird Deutschland nicht vor 2028 angreifen. Wie nett! Der Russe gibt uns Zeit bis wir brav das frisch bewilligte Sondervermögen in moderne Waffensysteme investiert haben. Ein respektvoller Akt kriegerischen Humanismus: Putin beginnt seinen Angriffskrieg auf Deutschland erst, wenn es unserer Bundeswehr in den Kram passt.
Trauer vor dem Tod
- Details
- Tanja
- Tanja Relevanta
Wer schreibt schon zu Lebzeiten Todesanzeigen? Und dann noch seine eigene? Berühmte Persönlichkeiten? Egomanen oder Narzissten? Oder jemand mit einer psychischen Störung? Keine Ahnung, ich habe noch nie jemanden danach gefragt. Was ich mich aber seit vielen Jahren sehr oft frage ist: Würde dem Verstobenen wirklich das Design oder der Text der eigenen Trauerannonce gefallen haben, wenn er oder sie jene gesehen hätte? Und da bin ich mir nicht so sicher. Manche Sprüche sind so von der Stange oder abgedroschen, dass die ganze Sache dadurch zusätzlich noch viel trauriger wird. Einige Bildchen wie Schmetterlinge, Blumen, Bäume, betende Hände oder gar das Konterfei des Toten haben in den allermeisten Fällen auch nicht wirklich Aussagekraft oder etwas mit dem Genannten zu tun. Warum also nicht schon zu Lebzeiten sichergehen, dass die eigene Person nicht auch noch nach ihrem Tod (nach eigener Ansicht) verunglimpft wird oder sich im Grabe umdrehen - oder in der Urne davonwehen - würde, wenn sie die Worte lesen könnte?
Seite 7 von 14

